ETF und Aktive Fonds: Gute Dienstleister

Der Private Banker hat in der ersten Dezember-Woche 2017 unabhängige Vermögensverwalter befragt, wie zufrieden sie mit ihren ETF-Anbietern und großen Fondsgesellschaften sind. Zu den Ergebnissen

Fondsboutiquen - gute Partner ...

… wenn da die Technik nicht wäre

Der Private Banker befragte Vermögensverwaltungen und Finanzplaner nach ihrer Zufriedenheit mit Fondsboutiquen. Das Resultat: Die Finanzprofis gaben den Dienstleistern die Durchschnittsnote 2,5. Der Wert fällt etwas schlechter aus als der für Depotbanken (2,3 ) und KVGs (1,9), aber das verwundert nicht, schließlich geht es auch um die „harte“ Performance.

Insgesamt 58 Häuser beteiligten sich an der Umfrage, die der Private Banker vom 18. bis zum 23.3. durchführte. Sie vergaben 626 Einzelnoten für die zur Auswahl stehenden 35 kleineren und/oder spezialisierten Fondsboutiquen. Die Befragten sollten angeben, wie sehr sie mit welchen Dienstleistern zufrieden sind, und dabei alle Aspekte des Angebotes, also etwa die Konditionen, den Service, die Kompetenz und die Performance berücksichtigen.  

Eine Note für ganz unterschiedliche Leistungen? Die „aggregierte Bewertung ist schwierig (und auch schwierig zu interpretieren), da eine Gesellschaft durchaus sehr guten Service, aber unbefriedigende Performance abliefern kann oder umgekehrt“, äußerte dazu stellvertretend für eine ganze Reihe von Teilnehmern eine Frankfurter Finanzplanung.

Trotz aller Beurteilungsschwierigkeiten: Der Private Banker will auch bei der Orientierung helfen und dazu sollte unter dem Strich (wie bei der Frage nach der Investition) ein klares Urteil stehen.

 

Notenverteilung: Keine Fat Ends

Für uns interessant war die Notenverteilung. Würden manche Häuser die Bewertung für unsachgemäße Beurteilungen nutzen und würden wir deswegen tendenziell Fat Ends der statistischen Verteilung sehen? Die Frage lässt sich klar mit Nein beantworten. Zwar gab es einige Sechser und mehrere Einser, die sich aber in ein Normalbild einpassen.

 

 

Fondsgesellschaft: Lieber klein als groß

Der Private Banker interessierte sich auch dafür, ob Fonds von kleinen oder großen Anbietern bevorzugt werden. Die meisten Teilnehmer (33) gaben an, keine Präferenz für kleine oder große Gesellschaften zu haben. Ein Münchener Verwalter:  „Egal, ob großer oder kleinen Anbieter: wesentlich ist die Idee und die Performance.“

Eine starke Minderheit hat Präferenzen für kleinere Gesellschaften. Ein Stuttgarter Verwalter: „Kleinere Fondsboutiquen sind vor allem wegen ihrer Unabhängigkeit von großen Bankengruppen interessant, was das Risiko senkt, aus geschäftspolitischen Gründen irgendwelche Anlagen (z.B. Neuemissionen aus dem Konsortialgeschäft) kaufen zu müssen. Leider gibt es auch bei sogenannten Fondsboutiquen immer wieder den „Wolf im Schafspelz“, also Gesellschaften, die aufgrund von Mehrheitsbeteiligungen in einem unmittelbaren Abhängigkeitsverhältnis von Banken stehen.“

  

 

Kompetenzverteilung: Vieles spricht für Boutiquen

Auf die Frage nach den Vorzügen kleinerer und größerer Fondsanbieter schrieben die Verwalter und Planer den kleinen Fondsgesellschaften klar die größeren Kompetenzen zu. Zwar bemühen sich die Befragten um ein ausgewogenes Urteil. „Bei der entsprechenden Fondsauswahl ist die Produktqualität entscheidend. Hier findet man bei kleineren Boutiquen oftmals die besseren Ideen und ein freieres Management“, heißt es etwa von einem Verwalter aus München. „Für große Gesellschaften spricht deren Infrastruktur und die geballte Expertise, die jedoch nicht immer genutzt wird.“

Ein Hamburger Kollege gibt zu bedenken: „Vorzüge zwischen Fondsboutiquen und größeren Fondsgesellschaften sind oft auch abhängig von den Anlagerichtlinien eines Fonds; bspw. kann u.E. eine große Fondsgesellschaft mit weitreichendem Research-Team das Thema Asien oder Emerging Markets besser abdecken als eine hiesige Fondsboutique.“

Bei der konkreten Zuschreibung bezüglich einzelner Kompetenzfelder fällt das Resultat dann aber ziemlich eindeutig aus.

 

 

Außer beim Thema Technik überwiegen laut den Teilnehmern die Kompetenzen der kleineren Fondsanbieter.  Erstaunlich, wie klar die Entscheidung auch auf solchen Feldern wie der Performance aussieht. Nur ein Haus sah hier Große im Vorteil; immerhin 29 sahen kleinere Fondsanbieter als Gewinner beim Performance-Vergleich. Sehr eindeutig auch das Ergebnis für die Technik. Bei aller Liebe sehen hier die Verwalter die großen Häuser eindeutig im Vorteil. Das ist umso eindeutiger, wenn man die Präferenz der unabhängigen Vermögensverwalter und Finanzplaner für kleinere Anbieter berücksichtigt.

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