Die Unternehmens-Kolumne

Private Banker, Boutique, Service-KVG

Gastautor -

Lange Zeit standen liquide Assets der großen Fondsmarken im Mittelpunkt der Investmentstrategien der langfristig orientierten Investoren in Deutschland. Das hat sich nun geändert. Von Hans-Jürgen Dannheisig und Götz J. Kirchhoff, Avana Invest GmbH

Diversifizierung als Notwendigkeit einer Anlagewelt ohne Zins

Längst haben die gut informierten und anspruchsvollen Kunden ihren Beratern ähnliche Aufgaben gestellt, wie dies institutionelle Anleger in der aktuellen Kapitalmarktlandschaft tun müssen. Die „sichere Hälfte“ eines Balanced Portfolios steht als Renditebeitrag nicht mehr zur Verfügung. Weitere Diversifizierung der Portfolien und damit die Suche nach nachhaltigen Konzepten und neuen Investmentstilen steht auf der Tagesordnung. Ebenso gewinnen unternehmerische und auf Sachwerte bezogene Investments immer größere Bedeutung. In diesem Geschäftsfeld bieten immer mehr spezialisierte Dienstleister abseits der großen etablierten Marken sachwertorientierte Anlagelösungen an.

Spezialisierung findet mehr Anerkennung

Sei es bei der Umsetzung von konsequenten disziplinierten Investmentansätzen im liquiden Wertpapierbereich oder im Umfeld der vielen zu erschließenden Performancequellen auf der Basis von Sachwerten – wie Immobilien, Land- und Forstwirtschaft, erneuerbare Energie, Infrastruktur, Flugzeuge, Private Equity ...-

Die Fokussierung der Initiatoren auf ihre Kernkompetenzen findet bei Investoren immer mehr Beachtung und Anerkennung. Damit einher geht auch die Notwendigkeit, in der Wertschöpfungskette mehr kooperative Ansätze in den Vordergrund zu stellen.

Für langfristig orientierte Investoren gilt die allgemeine Regel der langfristigen Deckung der Verpflichtungen und der Erfüllung eines – regelmäßig zu überprüfenden – Anlagezieles in besonderem Maße und wird oft durch die Notwendigkeit regelmäßiger, klar definierter Cashflows in der Gegenwart nochmals anspruchsvoller.

Viele professionelle Kapitalanleger sind nach wie vor zu Recht von der Wirkung von risikooptimierten Strategien im liquiden Bereich überzeugt. Jedoch wird eine breite Diversifikation in den Portfolien jetzt immer wichtiger. Ein fast vollständiger Ausfall des Kupons von festverzinslichen Anlagen erster Bonität und die Gefahr einer Phase mit kontinuierlichen Zinserhöhungsrisiken stellen eine große Herausforderung dar. Traditionell findet die Risiko-/Ertragsgewichtung in Portfolien zwischen dem Renten- und dem Aktienmarkt statt. Aber auch die politisch getriebenen Volatilitäten im Aktienmarkt überfordern die Risikotragfähigkeit von Investorengruppen mit klaren Aufträgen zum Kapitalerhalt. Schon im liquiden Wertpapiergeschäft ist daher eine Risikoreduktion mittels Streuung durch Einbeziehung vieler – tatsächlich – unterschiedlicher Investmentstile notwendig. Hier liefern Investmentboutiquen viel Potenzial, da Sie in der Regel von den enggefassten Prozessen in Konzernen abgekoppelt sind und damit Anlagen mit geringeren Korrelationen zu Kernmärkten anbieten können.

In dieser Ausgangslage gerät gerade der Bereich Real Asset immer mehr in den Focus und führt zu einer Veränderung und breiteren Diversifizierung von konservativen Portfolien.
Hier steht die Suche nach ausreichend sicheren und stabilen Performancequellen im Vordergrund.

  

Welche Auswirkungen hat dies auf die Dienstleistung einer Service-KVG?

Die wichtigste Voraussetzung ist die Bereitschaft der Service-KVG, grundsätzlich kundenorientiert in Verbindung mit der Kernkompetenz anderer Dienstleister zu kooperieren, um gute und stetige Anlageergebnisse in einem breit diversifizierten, unternehmerischen Anlagespektrum zu erzielen. Zunächst muss sich die KVG dafür auch durch spezielle Prozesse und entsprechende Genehmigungsverfahren auf die Diversifizierung von Portfolien im Bereich der Real Assets einrichten. Nahezu jede Asset-Klasse bedarf einer gesonderten Zulassung durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Dies stellt sicher, dass in der KVG zu der jeweiligen Asset-Klasse ausreichend Know-how ebenso vorhanden ist, wie auch eine abgestimmte und systematische Umsetzung aller Prozessschritte sichergestellt wird.

Heute brauchen professionelle Investoren und unabhängige Private Banker, die in der Regel für die Projektsuche und die Validierung von Investitionsmöglichkeiten im Bereich der spezifischen liquiden Investmentstile und im illiquiden Real Asset Bereich nicht gleich ein personalstarkes eigenes Team einsetzen können, mit einer Service-KVG vor allem eine stärker unternehmerisch ausgelegte Partnerschaft. Hier steht nicht mehr – wie in der Vergangenheit – der fertige Fonds im Mittelpunkt, sondern die Suche nach und die Ermöglichung von Investitionsmöglichkeiten als Manufakturarbeit.

Als Service-KVG für Wertpapierfonds und Sachwerte stellen wir bei AVANA Invest unser spezifisches Asset Management und Strukturierungs-Know-how sowie unsere langjährige internationale Erfahrung auch Geschäftspartnern, Emissionshäusern oder Fondsboutiquen zur Verfügung. Dabei ist es wichtig, nicht allein nur Administrator, sondern auch Mitgestalter zu sein. Tiefe Kenntnis der Bedürfnisse der Anleger fließt somit in Projekte gleichermaßen ein, wie die Stärke, Investmentideen zu konkretisieren und im Rahmen aktueller Gesetzgebung – nach national und international regulatorischen und steuerlichen Vorgaben – möglichst schnell umzusetzen.
Die Organisationsstruktur ist dabei so aufgebaut, dass die Kunden unserer Service-KVG von einer vollumfänglichen, kapitalmarktgerechten Strukturierung und Verwaltung ihrer Anlagekonzepte profitieren können.

  

Welche Dienstleistungen werden hierzu von der Service-KVG angeboten und wo liegen die Schwerpunkte?

Die Grafik zeigt es recht anschaulich, welche Themen auch und größtenteils neu auf der Liste der Erwartungen an eine moderne Service-KVG stehen. Das sind einerseits alle Notwendigkeiten aus der unterschiedlichen Regulierung der Investorengruppen und andererseits auch aus ihrem steuerlichen Status. Daraus ergeben sich Anforderungen an:

  • die Art der Erträge – gewerblich vs. klassische Kapitalerträge
  • die Berücksichtigung des Steuerstatus des Investors
  • die Gestaltung der Cashflows – je nach Bedarfsstruktur
  • die Gestaltung der Liquidität von Vehikeln
  • die Wahl der nationalen oder internationalen Rechtsstruktur von Investments
  • die Auswahl der Dienstleister nach einem strikten Qualitätskatalog
  • und spezielle Anforderungen wie Börsennotierung oder Rating von eingesetzten Vehikeln

 

Welche Entwicklungen ergeben sich also für die Partnerschaft zwischen KVG und den spezialisierten Marktteilnehmern?

Die KVG für Wertpapiere und Sachwerte ist weder eine Fortschreibung der klassischen KAG noch eine rein durch neue Regulatorik veränderte Form eines Emissionshauses. Wendige Dienstleister wie die AVANA Invest GmbH haben es sich auf die Fahnen geschrieben, exzellente Performancequellen zu identifizieren und die besten Dienstleister dazu ausfindig zu machen. Dabei ist das Zusammenspiel von breitem Know-how und einer belastbaren Vernetzung eines starken Management Teams die wichtigste Grundlage. Heute muss der langfristig orientierte Investor bei seiner KVG als unternehmerischem Partner das Know-how zur professionellen Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von Asset-Klassen erwarten können. Dies beinhaltet insbesondere die Fähigkeit der KVG, spezialisierte Dienstleister professionell und unternehmerisch einzubinden.

Die moderne Service-KVG ist somit der Mitgestalter der Anlagekonzepte und nicht mehr nur reiner Administrator.

 

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