Dienstleister-Kolumne

3D & Co.

Axel Mielke -

Investments in Israels Startup-Szene

Geht es um Venture Capital-Investments, haben deutsche Anleger im internationalen Vergleich erheblichen Aufholbedarf. Es mag schon an dem Begriff „Wagniskapital“ liegen, dass sich vor allem institutionelle Anleger zurückhalten. Sie setzen Wagniskapital mit Risiko gleich. Doch das muss nicht sein. Es gibt Möglichkeiten, auch mit begrenztem Risiko in junge, dynamische Unternehmen zu investieren. Vor allem Israel hat sich über die letzten Jahre zu einem etablierten und vielversprechenden Markt entwickelt. Das Land hat sich im Laufe der Jahre zu einer wahren Startup-Nation entwickelt. Mehr als 6500 Startups gibt es schon heute dort – Tendenz weiter steigend.

Große, deutsche Unternehmen haben schon lange einen direkten Draht in die Startup-Szene rund um Tel Aviv. Die Deutsche Telekom, SAP, Daimler und viele andere sind mit eigenen Büros vor Ort und beteiligen sich an interessanten, jungen Unternehmen - alle in den Hoffnung das neue Mobileye zu finden, das vor drei Jahren für 15 Milliarden Dollar vom US-Chiphersteller Intel gekauft wurde.

Evonic hat sich am 3D-Startup Castor Technologies beteiligt

Jüngstes Beispiel ist das MDAX-Unternehmen Evonic. Der Spezialchemie-Konzern investierte jüngst in das israelische Start-up Castor Technologies. Dessen neuartige Software will vor allem Maschinenbauern beim Einstieg in den 3D-Druck helfen. Die Technologie des Start-ups prüft die Druckbarkeit eines Bauteils und das ideale Druckmaterial. Dabei ermittelt Castor sowohl die Produktionskosten als auch die Vorlaufzeiten. Das hilft Herstellern bei der Entscheidung, ob und wie sie 3D-Druck auf ihre Produktionsprozesse anwenden können. Die Software ist eine Ergänzung zu sogenannten CAD-Lösungen. Anwender können mithilfe ihrer vorhandenen CAD-Datei große Baugruppen oder mehrere Einzelteile gleichzeitig analysieren lassen. So lässt sich ermitteln, ab wann ‚Additive Manufacturing‘ gegenüber traditionellen Herstellungsmethoden wirtschaftlich ist und, ob der 3D-Druck für den jeweiligen Anwender eine geeignete Fertigungsmethode ist.

Mit 3D-Druckern werden nach einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young in diesem Jahr bereits rund 11 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Um 25 Prozent jährlich dürfte der Markt weiterwachsen und 2023 bereits gut 25 Milliarden Euro groß sein, heißt es in der Studie weiter. Davon wollen Evonic und Castor Technologies profitieren.

HighTech Bonds als Beimischung für den Portfolio-Mix

Wie können sich institutionelle Investoren aber nun an israelischen Unternehmen beteiligen? Eine Möglichkeit sind HighTech-Bonds von Chartered Opus. Das sind Privatplatzierungen, die nur institutionellen Investoren oder Vermögensverwaltern vorbehalten sind. Diese strukturierten Wertpapiere enthalten einen Cash-Account und decken damit automatisch die „Capital Calls“ der Unternehmen ab.  Es ist also recht einfach zu investieren. Entscheidend ist, dass man überhaupt Zugang zu diesen Unternehmen erhält. Am erfolgreichsten sind übrigens Technologien, die später von größeren Unternehmen - wie etwa Evonic - zum Schließen von Technologielücken übernommen werden. Early-Stage-Investoren können über die High Tech Bonds frühzeitig dabei sein. Die „Fangemeinde“ wächst derweil auch in Deutschland ständig weiter. So ist der Bond für eine Beteiligung an Castor Technologies derzeit nicht investierbar, da die letzte Finanzierungsrunde bereits vollständig gezeichnet ist. Man kann sich als institutioneller Investor höchstens auf die Warteliste setzen lassen, um bei der nächsten Runde dabei zu sein.

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