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Mainsky Interview

Fondsboutique oder Private Banker?

Elmar Peine -

Dr. Eckhard Schulte, Vorstandsvorsitzender und Gründungspartner von Mainsky.

 

Fondsboutique oder diskretionärer Vermögensverwalter?

Dr. Eckhard Schulte ist promovierter Volkswirt. Er war nach seinem Studium als Rentenanalyst für die Industrial Bank of Japan tätig, wechselte später zu Dresdner Kleinwort und gründete mit vier anderen Kollegen 2001 die MainSky Asset Management. Diese mit einer 32er KWG Lizenz ausgestattete Finanzportfolioverwaltung zählt mittlerweile 650 Mio. Assets under Management. Es werden zwei Publikums-, 5 Spezialfonds und ca. 40 individuelle Mandate verantwortet. Wir fragten Schulte, wie sich Fondsboutique und individuelle Vermögensverwaltung vertragen.  

 

Private Banker: Herr Dr. Schulte, mit welchem Ziel haben Sie Mainsky 2001 gegründet?

Dr. Eckhard Schulte: Der Plan war, ein unabhängiger Vermögensverwalter zu sein, der besondere Expertise auf der Rentenseite hat. Anleihen waren damals ja eine deutlich interessantere Anlageklasse als heute.

 

PB: Andere Anbieter wie Lupus Alpha sind damals ja auch entstanden und haben sich sehr stark auf institutionelle Anleger fokussiert.

ES: Für uns stand eher die damals noch fast unbekannte Anlegerkategorie Family Office im Zentrum. Wir waren einer der ersten Verwalter, der diese Gruppe bespielt hat. Mittlerweile gehören auch Unternehmer und Stiftungen zu unserer Kernklientel.

 

PB: Wie hoch sind denn die Einstiegshürden für Anleger bei Ihnen?

ES: In die Publikumsfonds kann man ab 25.000 Euro investieren, Individualmandate sollten schon mindestens zwei Millionen Euro schwer sein. Der Median der Mandatsgröße dürfte so bei 7 Mio. Euro liegen.

 

PB: Was haben Sie für Mandate?

ES: 1. Reine Rentenmandate, weil wir seit unserer Gründung als Rentenexperten wahrgenommen werden. 2. Klassische Mischmandate, bei denen es darum geht, aktiv die Asset Allokation zu steuern und zu überwachen. 3. Beauftragen uns Kunden für aktienorientierte Strategien, bei denen klare Faktorvorgaben wie ein Dividendenfokus oder eine Value-Orientierung gemacht werden.

 

PB: Was unterscheidet Mainsky von einem unabhängigen Vermögensverwalter, der seinen Kunden den eigenen Fonds anbietet?

ES: Der Hauptunterschied ist wohl, dass wir die beiden Geschäftsbereiche bewusst sehr getrennt halten. Wir setzen unsere Fonds nicht in der Vermögensverwaltung ein. Der Anteil individueller Vermögensverwaltungskunden in unseren Fonds liegt deutlich unter fünf Prozent.

 

PB: Andere Vermögensverwalter lassen Ihre Kunden über die Fonds bewusst an ihrer besonderen Expertise teilhaben. 

ES: Unsere Expertise als spezialisierter Rentenmanager fließt in die individuellen Mandate zumeist über Einzelwertinvestments ein. Auf der Aktienseite erfolgt die Umsetzung wie auch in den Fonds aktiv über ETFs. Die Kunden erleben unsere Expertise also auch ohne, dass wir unsere Fonds in die Depots packen. Das Fondsgeschäft – ich spreche jetzt von unseren Publikumsfonds – bieten wir aus zwei Gründen an: 1. Wollen wir ein Angebot für kleinere Einstiegssummen ab 25.000 Euro bieten. 2. Schaffen die Fonds Visibilität.

 

PB: Viele Vermögensverwalter starten mit individueller Vermögensverwaltung und wenden sich dann immer stärker dem Fondsadvisory zu.

ES: Wir werden weiter die Zwei-Säulen-Strategie fahren. Das Wachstum ist in den Individualmandaten stabiler und schafft so eine gute Basis für das leichter skalierbare, aber schwerer zu dynamisierende Fondsgeschäft. Beides zusammen ergibt für uns eine stabile Geschäftsstruktur.  

 

PB: Wächst der Unterschied und der Aufwand zwischen den mühevollen Individual-Mandaten und dem Fondsgeschäft oder nähert sich der Arbeitsaufwand an?

ES: Die Digitalisierung macht die Steuerung kleinerer Vermögen einfacher, auch wenn man wie wir keine Musterdepots hat. Wir können die Standardisierung in dem Bereich nicht sehr weit treiben, haben aber auch nicht hunderte von Individualkunden, sondern weniger als 50. Bestimmte Dinge wie das Reporting sind für Individualmandate heute nicht mehr so arbeitsaufwändig wie noch vor zehn Jahren. Aber trotzdem: Ein Fonds lässt sich nach wie vor leichter skalieren.

 

PB: Befruchtet das Fondsgeschäft das individuelle Geschäft?

ES: Fonds sind Aushängeschilder und man kann mit ihnen sehr deutlich zeigen, welche Expertise vorhanden ist und wie nützlich wir sein können.

 

PB: Sind Fonds nicht auch gefährlich? Wenn mal eines der Produkte nicht läuft, können Sie nicht eben ein anderes aus dem Ärmel ziehen.

ES: Nein, diese Möglichkeit haben wir nicht und das ist eine Gefahr. Große Fondsgesellschaften mit 50 Fonds finden immer zwei drei Produkte, die gerade gut laufen. Kleinere Boutiquen sind darauf angewiesen, dass ihre Produkte immer gut performen. Wir hatten auch das Problem, dass unser Rentenfonds, der lange sehr gut gelaufen ist, dann aber mit seiner Relative-Value-Orientierung im heutigen Zinsumfeld etwas ‚aus der Zeit gefallen‘ war.

 

PB: Haben Sie ihn umgewidmet?

ES: Nein, wir haben ihn geschlossen und dafür den Active Green Bond Fund, also einen Fonds für Grüne Anleihen, aufgelegt. Das kann man natürlich nicht ständig machen, andererseits ist ja auch wichtig, dass die Produktpalette zeitgemäß und attraktiv sein muss.

 

PB: Sind andere Verwalter in ihren Fonds investiert?

ES: Jedenfalls nicht in nennenswerter Anzahl.

 

PB: Einige große Verwaltungen mit ihrem Konzept haben durchaus Fonds im Köcher, die auch bei den Kollegen beliebt sind.

ES: Da muss man schon genau hinsehen. Fonds von Vermögensverwaltern oder kleinen Boutiquen, die richtig groß geworden sind, sind das durch das Geschäft mit den Vermittlern und den spezialisierten Vertrieben. Darüber muss man nachdenken und darüber denken wir auch nach. Im VuV haben wir andererseits die Erfahrung gemacht, dass die Neigung, in die Fonds von Kollegen zu investieren, eher klein ist. Wir selbst machen das ja auch nicht.

 

PB: Viele Boutiquenfonds haben jetzt auch Insti-Tranchen.

ES: Bei uns ist es eher umgekehrt, wir sind ja schon eher auf größere Anleger ausgerichtet mit unseren Mindestanlagesummen und den Gebühren. Wir müssten da eher Retailtranchen aufmachen.

 

Weitere Informationen: www.mainsky.de

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