Heilsame Korrektur
US-Präsident Donald Trump war der Hoffnungsträger für die Aktienmärkte, nun ist er der Buhmann. Die Kursgewinne seit seiner Wahl im November haben sich in ein sattes Minus verwandelt. Viele Anleger sind verunsichert. Unserer Ansicht nach haben wir es derzeit aber nur mit einer heilsamen Korrektur zu tun.
Von Mirko Kohlbrecher, Spiekermann & CO AG
Der aktuelle Abschwung hat seinen Ursprung in den USA. Ihn treiben vor allem Ängste darüber, was die neue Zollpolitik der USA für die Gewinne der Unternehmen bedeuten könnte. Präsident Trump sagte, dass es eine Rezession geben könne, die aber notwendig sei, um falsche Entscheidungen der Vorgängerregierung zu korrigieren.
Überbewertungen werden abgebaut
Aus unserer Sicht ist die aktuelle Korrektur heilsam, denn sie baut die Überbewertung heiß gelaufener Sektoren und Unternehmen ein Stück weit ab. Da ist es logisch, dass der Tech-Index Nasdaq 100 die größten Verluste verbucht, denn dort sind vor allem hoch bewertete Wachstumsaktien versammelt. Kommen die Aktienbewertungen auf ein moderates Level, ist die Luft rein für eine Stabilisierung.
Eine Pause ist normal
Zum markanten Tief am weltweiten Aktienmarkt, abgebildet im MSCI All Country World Index, kam es bereits im Oktober 2022. Seither sind die Aktienmärkte nach dem Muster „höheres Tief, höheres Hoch“ nach oben marschiert. Eine Pause ist nach zweieinhalb Jahren Aufwärtstrend nicht nur normal, sondern wünschenswert. In der Regel geschieht dies durch teils schmerzhafte Korrekturen, wie wir sie gerade erleben. Vor allem Anleger, die spät am Aktienmarkt eingestiegen sind und/oder konzentriert Aktien von Unternehmen halten, die stark unter Druck kommen, werfen irgendwann das Handtuch. Ist dies geschehen, kann wieder mit einer stabileren Marktphase gerechnet werden.
Stimmung ist auf dem Tiefpunkt
Die Stimmung der Privatanleger in den USA ist inzwischen auf einem Tiefpunkt angelangt. Der Angst-und-Gier-Index, wie ihn die American Association of Individual Investors jede Woche erhebt, zeigt extreme Angst an. Konkret rechnen aktuell 59 Prozent der befragten Anleger mit weiter fallenden Kursen (Bären). Nur noch 19 Prozent gehen davon aus, dass die Kurse in Kürze steigen werden (Bullen), der Rest ist neutral. Im historischen Durchschnitt der Befragungen zeigen sich lediglich rund 30 Prozent bärisch. Die aktuelle Quote ist also fast doppelt so hoch – ein Zeichen, dass ein Ende der Korrektur nicht mehr allzu fern sein könnte, denn in aller Regel sind Privatanleger am Kurstief besonders negativ eingestellt.
Wir gehen daher davon aus, dass wir es aktuell mit einer gesunden Korrektur in einem weiterhin konstruktiven Börsenumfeld zu tun haben. In diesem Zuge werden sich die Aktienbewertungen normalisieren und nervöse Anleger den Markt verlassen. Beides dürfte den Weg für höhere Kurse in der Zukunft freimachen.
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