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Christian Meyer-Vahrenhorst

Keine Krise bei KVGen

Redaktion -

Christian Meyer-Vahrenhorst ist seit über 20 Jahren mit den Themen Private Label Fonds und Vertrieb vertraut. Er berät interessierte Vermögensverwalter bei Auflage und Vertrieb von Fonds, kennt die Anbieter und war selbst lange (überwiegend im Umkreis der Axxion) dort beschäftigt. Gespräch  über aktuelle Trends bei Private Label Fonds

 

Private Banker: Herr Meyer-Vahrenhorst, sie kennen die Branche. Wie hat sich Corona für das Geschäft mit Private Label Fonds ausgewirkt?

Christian Meyer-Vahrenhorst: Von Krise kann keine Rede sein. Die KVGs sind nach meinem Eindruck gut ausgelastet. Es gibt genügend Nachfrage nach Neuauflagen, die Produkte entwickeln sich kurstechnisch überwiegend gut und am Geldzufluss vom Publikum mangelt es auch nicht.

 

PB: Wenn wir mal die mittel- und langfristige Perspektive in den Blick nehmen. Welche Trends verändern das Geschäft? Gibt es zum Beispiel die oft angekündigte Konsolidierung im Geschäft?

CMV: Es gibt gerade in Luxemburg Anbieter, die fusionieren, ja, aber es gibt gleichzeitig durch neue Eigentümer auch einen erheblich verschärften Konkurrenzkampf, der sich zugunsten der Kunden auswirkt.

 

PB: Die Margen sind kleiner geworden?

CMV: Ja, das ist mein Eindruck. Allerdings ist das in manchen Fällen auf Kosten der Transparenz gegangen. Man muss heute schon sehr genau schauen, um Angebote vergleichbar zu machen. Da lauern im Kleingedruckten manche Überraschungen.

 

PB: Angesichts der Marktsituation – Stichwort: Nullzins – sind Kosten ein immer sensibleres Thema. Bemerken Sie das auch bei Ihren Kunden?

CMV: Das Thema Kosten ist bei den Kunden neben der Dienstleistungsqualität das wichtigste Entscheidungskriterium für die Auswahl der KVG. Hier ist in den letzten Jahren eine hohe Sensibilität entstanden.

 

PB: In unserer Umfrage haben sich Verwalter beschwert, die Fixkosten des Fonds seien zu hoch angesichts der durch die Digitalisierung möglich gewordenen Standardisierungen.     

CMV: Der Fixkostenblock beginnt, einen merklich negativen Einfluss auf die TER zu haben, wenn der Fonds kleiner als zehn Millionen Euro ist. Daran hat sich in den letzten Jahren nach meinem Eindruck nicht so viel geändert.

 

PB: Dass die Service-KVGs heute mit weniger Gebühren zurechtkommen, sieht man doch auch daran, dass immer mehr Tranchen für Institutionelle mit erheblichen Abschlägen aufgelegt werden. 

CMV: Service-KVGs konnten schon immer etwa Spezialfonds zu konkurrenzfähigen Preisen bieten. Dass Publikumsfonds häufiger mit institutionellen Tranchen auf den Markt kommen, hat in erster Linie mit der größeren Akzeptanz dieser Fonds bei den Institutionellen, also mit der Nachfrageseite zu tun.   

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