Marktrunde

"Syngenta wird nicht alleine bleiben"

Elmar Peine -

Franz Achatz, Gerhard Friedenberger Vermögensverwaltung, Deggendorf

Aktuelle Anlagesituation:

Grundsätzlich sind wir in einer Seitwärtsbewegung mit vielen Spekulationen. Erst wenn sich neue Trends ergeben, werden wir unsere Absicherung etwa des Aktienanteils herausnehmen. Wir warten auf einen neuen Trend. Technisch ist in den USA die 200 Tage-Linie noch über dem Spotkurs. Hoffnung macht uns insbesondere der Anlagenotstand bei vielen Investoren. Wir bleiben aber vorsichtig. 

Gold:

Neben Gold in Schließfächern halten wir Xetra-Gold. Außerdem im Unternehmensbereich  den Index iShares Goldproducer.

Aktienkauf EZB?

Ganz klar ist nicht, was sie darf und was sie nicht darf. Wir könnten uns das aber gut vorstellen. Wenn die EZB am Aktienmarkt aktiv wird, dann bedeutet es aber auch, dass am Anleihenmarkt nichts mehr verfügbar ist. Und das wäre ein Supergau.

 

 

Thorsten Bolte, Value Experts Vermögensverwaltung, Hannover

Aktuelle Anlagesituation:

Wir sind sehr vorsichtig unterwegs, halten 30% Liquidität. Unsere Aktienquote, die in offensiven Depots bis auf 75% steigen kann, liegt bei 30%. Wir stellen uns bei Aktien und bei Anleihen deutlich unterhalb der neutralen Quoten auf. Die Risiken sind allgegenwärtig und deshalb werden wir unsere Quoten wohl zunächst weiterhin nicht erhöhen.

Gold: Unsere Goldgewichtung liegt im neutralen Bereich. Gold haben wir über ZKB-Gold abgebildet. Goldbarren werden physisch in der Schweiz gehalten. Keine physische Lagerung für unsere Kunden.

 

 

 

Jochen Knoesel, Knoesel und Ronge Vermögensverwaltung, Würzburg

Übernahmen:

Wir sehen wegen der großen Unsicherheit nach dem Brexit wenig lukrative Fusionskandidaten und Fusionsentwicklungen in UK. Das scheint uns jetzt keine interessante Spielwiese für Player zu sein. Um das zu verstehen, muss man sich auch die Lage eines Managers, der jetzt in UK kauft, vor Augen führen. Wenn er jetzt kauft und gewinnt, erntet er ein Schulterklopfen. Geht’s schief, steht er wie ein Trottel da, der den Brexit ignoriert hat. Da stehen Chancen und Risiken im Moment nicht in einem guten Verhältnis.

Im Pharmasektor sehen wir dagegen hohen Konsolidierungsdruck. Sich da mit Kandidaten einzudecken, kann eine Depotstruktur durchaus verbessern. Allerdings ist mit jeder geplatzten Übernahme, man siehe etwa K+S, auch ein ganz erhebliches Kursrisiko verbunden.

Für Syngenta ist wegen der Herkunft des Interessenten aus China eine erhöhte Scheiternswahrscheinlichkeit gegeben. Insgesamt sieht für uns das Chance-Risiko-Verhältnis bei Syngenta für eine Fusion aber nicht schlecht aus. Und auf Dauer wird Syngenta aus unserer Sicht nicht alleine bleiben. Wir haben deshalb die Aktie auch im Portfolio.

EZB und Aktienkauf

Ich sehe keinen EZB-Aktienkauf. Er ist politisch nicht gewünscht und es bringt auch nichts für die Staatsfinanzkrise. Warum sollte die EZB das machen?

 

 

Markus Schön, DV AM, Detmold

Aktuelle Marktpositionierung

Wir sind als konservativer Anleger - Mandanten haben bei uns zumeist eine maximale Aktienquote von 20% - eher im Anleihenbereich unterwegs. Staatsanleihen, zumindest solche, die mit AAA und AA geratet sind, sind jetzt unattraktiv. Bei Unternehmensanleihen, Euro-Anleihen von Unternehmen aus Europa, sehen wir mehr Möglichkeiten. Wir sind auch in Währungen aktiv diversifiziert, halten Positionen in US-Dollar, im Australdollar und im kanadischen Dollar. Unsere derzeit bevorzugten Laufzeiten sind 5-8 Jahre. Bei Rohstoffanleihen sind wir übergewichtet. Gold sehen wir kritisch, Silber ist besser.

Situation am Anleihenmarkt

Als Bondsblase würde ich die aktuelle Entwicklung am Rentenmarkt nicht bezeichnen. Es gibt viel Liquidität. Long Bonds werden von Versicherern gekauft. Insgesamt muss man berücksichtigen: Die Anleihe hat immer zwei Komponenten, den Zins und das Kurssteigerungspotenzial. Und das Kurssteigerungspotenzial ist ungebrochen.

 

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