Autor: Ronald N. Kahn, BlackRock / CFA-Institute

Geschichte, sieben Trends und Zukunft des Investierens

Lutz Siebentag -

Titel: The Future of Investment Management

Zusammenfassung: Hier handelt es sich um ein online zugängliches Buch des CFA-Institutes über insgesamt 138 Seiten. Geschrieben wurde es von Ronald N. Kahn, einem „Quant“, der in Physik zum Thema Urknall promoviert wurde und derzeit Chef von Systematic Equity Research bei BlackRock ist. Um die Frage nach der Zukunft des Investment Management (IM) zu beantworten, beginnt er gleichfalls zunächst mit dem „Urknall“, und zwar dem des Investierens. So ist denn das erste Kapitel mit „The early Roots of Investment Management“ überschrieben. Dem folgt das Kapitel „The Modern History of Investment Management“, das mit dem systematischen Investieren und der modernen Portfoliotheorie einsetzt und u.a. die Herausforderung für Aktives Management und dessen Reaktion (Ein Abschnitt: „Active Management Strikes back“) beschreibt. Beide Kapitel beschreiben die Genese zentraler Elemente des modernen Investierens. Sodann folgt als nächstes das Kapitel „Seven Insights into Active Management“, in dem Schlüsseleinsichten in das Aktive Management (AM) vorgestellt werden.  Unterpunkte sind: Nullsummenspiel des AM; Information Ratios; Allokation und Risikobudget; Transformation von Information in Alphas; Fundamentales Gesetz des AM; Daten-Mining; Kosten und Restriktionen. Das vierte Kapitel des Buches handelt von sieben aktuellen Trends des Investment Management und das fünfte Kapitel von dessen Zukunft (siehe bzw. klicke dazu bitte „Weiterlesen“). Der Autor des Buches versteht in seiner Darstellung des IM, sich auf Wesentliches zu beschränken und die zugrundeliegenden Gedanken wie auch seine Argumente klar darzustellen. Dazu bedient er sich teilweise der formalen Darstellung (ohne elaborierte Techniken anzuwenden), teilweise wird auf Schaubilder zurückgegriffen, vielfach werden Beispiele angeführt, um einen Grundgedanken oder ein Argument – etwa im Zusammenhang mit Wahrscheinlichkeiten – transparent durchzuexerzieren; und am Ende eines jeden Kapitels wird die relevante Literatur angegeben. Ein Buch, das sich wohl in erster Linie an MBA-Studenten und Absolventen des CFA-Programms richtet, das aber auch, wenn man dem Vorwort des Buches folgt, für „Veteranen“ der Branche nützlich sein kann.  

Autoren / Herausgeber: Daren Roberts; Thomas Paradise; Chris Tidmore / Vanguard Research

Aktive Bond-Fonds: Alpha null – Das Nettoproblem

Lutz Siebentag -

Titel: Global active bond fund returns: a factor decomposition

Zusammenfassung: Die Studie geht der Frage nach, wie sehr bei aktiv gemanagten Rentenfonds Risikofaktoren zum Ertrag beitragen und wie groß der Anteil ist, der auf Alpha zurückzuführen ist. Um diese Frage zu beantworten, untersuchten die Studienautoren die durchschnittlichen Erträge über 10 Jahre von 15 Typen aktiv verwalteter globaler Rentenfonds. Die durchschnittliche Ertragsvariation kann zu großen Teilen mit 2 geläufigen Risiko-Faktoren bei Anleihen erklärt werden, mit „Term“ und „Credit“ im Anschluss an Fama und French – hier wird dann das Risiko nichterwarteter Zinsänderungen (Term) und einer makroökonomisch bedingten Veränderung der Ausfallwahrscheinlichkeit (Credit) erfasst. Darüber hinaus spielen jedoch die Faktoren „Währung“ und „High-Yield-Exposure“ gleichfalls eine statistisch signifikante Rolle. Bei der Mehrheit der 15 Fondstypen fanden die Autoren positives Brutto-Alpha, auf Nettobasis waren jedoch die Alphas im Durchschnitt statistisch nicht mehr von null unterscheidbar. Das zeigt einmal mehr, dass geringe Kosten hier entscheidend sind. Die Autoren schließen ihre Studie mit 4 Due-Diligence-Fragen ab, die jeder Anleger vor einer Investition in einen aktiv verwalteten globalen Bond-Fonds für sich beantworten sollte.

Autoren / Herausgeber: James Davies, Anthony Shorrocks and Rodrigo Lluberas / Credit Suisse

Frauen auch bei Vermögen auf dem Vormarsch

Friedhelm Hellmer -

Titel: Credit Suisse Global Wealth Report 2018

Zusammenfassung: wir zitieren aus der Pressemitteilung der Credit Suisse: „Die neunte Ausgabe des vom Credit Suisse Research Institute publizierten Global Wealth Report stellt die umfassendsten und aktuellsten Informationen bereit, die zum weltweiten Vermögen der Privathaushalte verfügbar sind. In den zwölf Monaten bis Mitte 2018 stieg das weltweite Gesamtvermögen um USD 14,0 Billionen (+4,6 %) auf insgesamt USD 317 Billionen und wuchs damit rascher als die Bevölkerung. Das Vermögen pro Erwachsenen nahm um 3,2 % zu, womit das weltweite Durchschnittsvermögen auf ein Rekordhoch von USD 63’100 pro Erwachsenen anstieg. Die USA trugen am stärksten zum weltweiten Vermögen bei. Der Zuwachs von USD 6,3 Billionen sorgte für ein Gesamtvermögen von USD 98 Billionen in den USA. Damit setzte sich das jährliche Wachstum des Gesamtvermögens und des Vermögens pro Erwachsenen seit 2008 ungebrochen fort. Nicht überraschend hat sich China eindeutig auf dem zweiten Platz der weltweiten Vermögenshierarchie etabliert. Das Land überholte Japan in Bezug auf die Anzahl der äusserst vermögenden Personen (UHNWIs, Ultra High Net Worth Individuals) im Jahr 2009, das Gesamtvermögen im Jahr 2011 und die Anzahl der Millionäre im Jahr 2014. Der diesjährige Bericht enthält ebenfalls neue Erkenntnisse zum Vermögen im Besitz von Frauen. Frauen besitzen heute schätzungsweise 40 % des weltweiten Gesamtvermögens, und ihr Vermögensanteil ist im Laufe des 20. Jahrhunderts erheblich angestiegen. Der Bericht untersucht weltweite Differenzen beim Vermögensaufbau von Frauen und analysiert die Portfoliozusammensetzung, die Risikoaversion sowie die Auswirkungen auf weibliche Millennials.“

Autoren / Herausgeber: Kathrin Brandmeir, Michaela Grimm, Michael Heise, Arne Holzhausen / Allianz

Wertpapiere im Trend

Friedhelm Hellmer -

Titel: Allianz Global Wealth Report 2018

Zusammenfassung: wir zitieren aus der Allianz-Pressemitteilung: „Im Anlageverhalten kam es 2017 zu einer bemerkenswerten Wende: Nachdem die Sparer Aktien und Investmentfonds in den Nachkrisenjahren seit 2010 unterm Strich weitgehend ignorierten, flossen im vergangenen Jahr erstmals wieder frische Gelder im nennenswerten Umfang in diese Vermögensklasse. Mit knapp einem Fünftel lag ihr Anteil an der Neuanlage sogar höher als in den Vorkrisenjahren. Im Kontext der boomenden Börsen führte dies dazu, dass Wertpapiere 2017 das mit Abstand stärkste Wachstum aller Vermögensklassen zeigten: Insgesamt legten sie um 12,2% zu; ihr Anteil an den gesamten weltweiten Ersparnissen stieg auf 42%. An zweiter Stelle folgen Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionen mit einem Anteil von 29% am Vermögensportfolio und einem Zuwachs von 5,2% im letzten Jahr. Spiegelbildlich zur Wiederentdeckung der Kapitalmärkte verloren Bankeinlagen rund um den Globus in der Gunst der Haushalte: Zwar wurden noch 42% der Neuanlage zu den Banken gelenkt; im Jahr zuvor lag dieser Wert aber noch bei 63%. In absoluten Zahlen bedeutete dies einen Rückgang von über EUR 390 Mrd.; das Bestandswachstum ging um zwei Prozentpunkte auf 4,3% zurück (Anteil am Vermögensportfolio knapp 27%).

Die Nachkrisenjahre waren von einem relativ schwachen Vermögenswachstum in den Industrieländern gegenüber den Schwellenländern geprägt. Auch dies hat sich 2017 geändert. Die Wachstumsbeschleunigung beruhte allein auf der Entwicklung in den Industrieländern: Während in den Industrieländern das Wachstum um mehr als einen Prozentpunkt auf 6,5% zulegte, ging es in den Schwellenländern um drei Prozentpunkte auf 12,9% zurück. Mit 6,5 Prozentpunkten fiel die Wachstumsdifferenz zwischen diesen beiden Ländergruppen damit so gering wie zuletzt 2005 aus; im Durchschnitt der vorangegangenen Dekade lag sie mit 13 Prozentpunkten doppelt so hoch.“

Autoren: Ron Alquist, Ronen Israel, AQR Capital Management, und Tobias Moskowitz, Yale University

Size Effect – Alles nur Irrtum?

Elmar Peine -

Titel der Studie: Fact, Fiction, and the Size Effect (erscheint im Herbst in: The Journal of Portfolio Management)

 

Zusammenfassung: Der Befund, dass Aktien von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung (Small Caps) langfristig höhere Erträge abwerfen als Aktien von Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung (Large Caps) – andere erklärende Faktoren kontrolliert –, wird als Size Effect bezeichnet. Der Size Effect war zugleich die erste Marktanomalie, die in den 80er Jahren von der empirischen Finanzwissenschaft entdeckt worden ist und die damit den Voraussagen des damals vorherrschenden theoretischen Modells der Vermögenspreisbildung auf effizienten Märkten – dem Capital Asset Pricing Model / CAPM – widersprach. Seither wurde eine Vielzahl weiterer Anomalien gefunden. Der empirische Befund eines Size Effects gilt gemeinhin als gesicherte Erkenntnis; infolge dessen wurden entsprechende Small-Cap-Indizes gebildet, die versprechen, diese Anomalie in überdurchschnittliche Erträge umzumünzen. Dennoch scheint die Sache mit dem Größeneffekt lange nicht so eindeutig zu sein, wie soeben und auch im Allgemeinen dargestellt. Alquist, Israel und Moskowitz haben sich auf Basis von US-Daten, die über 90 Jahre abdecken, auf die Suche nach dem Size Effect gemacht und wurden nicht unbedingt fündig. Jedenfalls scheint der „reine“ Size Effect weniger fest auf dem Sockel der Extraerträge zu stehen als Value und Momentum Effect. Auch bekommt der Größeneffekt laut Autoren im Vergleich mit weiteren Faktoren mehr Aufmerksamkeit, als ihm aufgrund seiner „Leistung“ zustehen sollte.   

Die empirisch angelegte, aber auch theoretisch argumentierende Studie geht verschiedenen „Effekten“ nach, die im Size Effect vermutlich enthalten sind – oder waren –, sie benennt Probleme der praktischen Umsetzung und die wankelmütige Natur von möglichen Mehrerträgen. Die Autoren schließen zwar einen reinen Size Effect nicht generell aus, dennoch sehen sie in ihm keinen Schlüsselfaktor für die Portfoliokonstruktion. Alles in allem sehen sie auf Basis ihrer umfassenden Untersuchung im „Size Effect“ einen weit überschätzten Faktor sowohl in der Wissenschaft wie auch in der Praxis des Investierens.

Autoren: Luc Laeven ; Fabian Valencia, IWF

10jähriges Krisenjubiläum, 10jährige Datenbank, 10jährige Forschung zu Bankenkrisen

Lutz Siebentag -

Titel der Studie: Systemic Banking Crises Revisited

Zusammenfassung: Mit dieser Studie präsentieren Laeven und Valencia (2008, 2013) ein Update ihrer 2008 – im Jahr der Insolvenz von Lehman Brothers und dem damit terminierten Beginn der letzten großen Finanzkrise – erstmals erstellten und 2013 erweiterten Datenbasis zu systemischen Bankenkrisen. Die Datenbasis ist global Standard zum Thema Bankenkrisen. Erfasst werden 151 Krisen dieses Typs weltweit zwischen 1970-2017. Die Datenbasis enthält nähere Informationen zur jeweiligen Krise selber, zu den politischen Reaktionen und zu den krisenbedingten fiskalischen Kosten sowie Produktionseinbußen. Die Studie zeigt, dass Krisen in Hochlohnländern dazu tendieren, länger zu dauern, dass sie mit höheren Output-Kosten einhergehen, dass sie aber geringere Fiskalkosten nach sich ziehen als Krisen in Niedrig- oder Mittellohnökonomien. Darüber hinaus werden in den am weitesten entwickelten Volkswirtschaften im Falle systemischer Bankenkrisen Bankgarantien weit mehr genutzt und von expansiven makropolitischen Maßnahmen wird weit mehr Gebrauch gemacht als im Falle von Krisen in weniger entwickelten Ländern. Die Autoren untersuchten zudem den Zusammenhang zwischen den 151 Banken-Krisen und 74 Staatschulden- sowie 236 Währungskrisen im genannten Zeitraum und kamen zu dem Ergebnis, dass tendenziell die beiden letztgenannten Krisentypen entweder mit Bankenkrisen zusammenfallen oder aber diesen unmittelbar folgen.

Herausgeber: McKinsey

Private Banking: Probleme bisher nur verdrängt?

Friedhelm Hellmer -

Titel der Studie: European Private Banking in 2018 – Running for scale

Zusammenfassung: Ausgangsfeststellung der Studie zum europäischen Private Banking ist der Befund, dass die Gewinne 2017 Rekordhöhen erreichten. Das sei aber weniger auf die endogenen Leistungen der Branche zurückzuführen, sondern mehr – und zwar um mehr als die Hälfte der Erträge – auf günstige Entwicklungen an den Finanzmärkten. Daher stelle sich die Frage, ob die aktuelle Gewinnsituation überhaupt nachhaltig sei und ob damit verbundene Probleme, soweit sie von den Unternehmen beeinflusst werden können, in den vergangenen Jahren tatsächlich ausreichend gelöst werden konnten. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass im Hinblick auf zwei endogene Faktoren des Gewinns Handlungsbedarf bestehe. Das ist erstens die Frage der Vergrößerung der Nettozuflüsse; und es ist zweitens die Frage der Gestaltung und Kontrolle auf der Gebühren- und Kostenseite.

Im Hinblick auf die Nettozuflüsse beobachtet die Studie eine zunehmende Divergenz in Abhängigkeit von Größe und Geschäftsmodell: In Bezug auf die Zuflüsse konnten größere Privatbanken sowie die Private-Banking-Abteilungen von Universalbanken deutlich stärker zulegen als der Rest. Insbesondere unabhängige Vermögensverwaltungen hätten hier Aufholbedarf.

Bei Gebühren/Kosten sieht McKinsey gleichfalls gewinnsteigernde Potentiale: mit Blick auf die Gebührenseite findet die Studie, dass etwa der gewachsene Anteil diskretionärer Mandate bei den verwalteten Vermögen sich positiv auf die Gebührenkonstellation auswirke; hier bestünden nach wie vor noch Chancen. Und auch im Bereich der Kosten glaubt die Studie, dass Spielräume für mehr Disziplin bestehen.   

App Audit

Mehr Ungleichheit

Lutz Siebentag -

Vergütung, Ertrag, Kosten - die Großen setzen sich ab. Das zeigt die neue Studie von App Audit über die Bilanzzahlen in der deutschen unabhängigen Vermögensverwaltung.  

Diverse

Mythos Disruption

Lutz Siebentag -

Digitalisierung und Disruption – von lat. disrumpere = zerreißen, platzen, zerbrechen – bilden in neueren Reports zum technologischen Wandel in der Vermögensverwaltung ein fast unzertrennliches Wortpaar. Aktuelle Einschätzungen zum digitalen Wandel von Beratungsunternehmen und Vermögensverwaltern.

Consileon

Vertrieb gut, aber nicht gut genug

Lutz Siebentag -


ZUSAMMENFASSUNG:
Die Studienautoren führten im Frühjahr 2018 eine Befragung zu den Befindlichkeiten und die Herausforderungen in der Kundenberatung von Vermögensverwaltungen durch. Gefragt wurde zu fünf Themenschwerpunkte. 


Erstens die Geschäftslage: die wird von den Befragten überwiegend positiv eingeschätzt.

Zweitens „der Kampf der Geschäftsmodelle“. Hier werden Direktbanken als stärkste Konkurrenz wahrgenommen.


Drittens das Kundenverhältnis. Hier dominierten drei Themen: das Niedrigzinsumfeld, die US-Politik und die Kosten der Anlageberatung. 


Viertens digitale Technologie. Hier wird ein hybrides Kundenverhalten beobachtet – wobei die Autoren von einer digitalen Unreife der Branche sprechen.  

Fünftens MiFID II, das als Negativfaktor der Geschäftstätigkeit erachtet wird. Die Autoren
stellen in ihrem Fazit fest, dass die Lage im Vertrieb gut sei, aber nicht so gut, wie
manche Verantwortliche sie gerne hätten.

Bain & Company

Nach dem leichten Geld

Elmar Peine -

ZUSAMMENFASSUNG: Die Studienautoren warnen trotz des vielfach gut laufenden Geschäfts in den vergangenen Jahren vor einer Polarisierungstendenz in der Vermögensverwaltung. Die Studie erkennt Faktoren
der Instabilität in säkularen Veränderungen von Kundenverhalten, Technologie und Regulierung.

Die Studie prognostiziert der Branche bis 2022 einen deutlichen Profitabilitätsverlust.
Das liege am Rückgang des Wachstums der verwalteten Vermögen und an deutlichen Kostensteigerungen. Bis 2022 werde der Ertrag pro verwaltetem Euro Vermögen jährlich um durchschnittlich 7 Prozent zurückgehen, aber nicht
alle VW betreffen, sondern am meisten die schwächeren. Für Vermögensverwaltungen unter Druck gebe es zwei Optionen:
den Versuch, Skaleneffekte – in Bezug auf passive oder aktive Produkte – besser zu nutzen oder den Rückzug in Nischen.

 

Paulo Vanini, Universität Basel

KLEINE ENZYKLOPÄDIE DES ASSET MANAGEMENTS

Lutz Siebentag -

TITEL DER VORLESUNG: Asset Management
ZUSAMMENFASSUNG: Die Vorlesung zum Asset Management von Prof. Dr. Paolo Vanini, Universität Basel, hat einen stattlichen Umfang von 445 Seiten. Sie behandelt sowohl verbreitete konventionelle wie auch neuere Investmentmethoden, darüber hinaus berücksichtigt sie neuere regulatorische Entwicklungen und geht auf zentrale Aspekte des oft als disruptiv beschriebenen technologischen Wandels
im Asset Management AM ein. Behandelt werden in einem mehr theoretisch orientierten Teil u.a.: Grundlagen und fundamentale Konzepte des AM; Portfoliokonstruktion; Investmenttheorie-Synthese. Themen des praktischen Teils
sind: globaler Überblick über AM-Branche; technologische bzw. digitale Innovationen (u.a. Datenanalyse; Kryptowährungen; Demographie und Pensionsfonds.)

 

KPMG

Parting of the ways? Evolving Asset Management Regulation Report

Lutz Siebentag -

 

ZUSAMMENFASSUNG: Die Studie befasst sich mit den neuesten regulatorischen Entwicklungen in den wichtigsten Finanzregio- nen der Welt. Die in Kapitel 1 der Studie entfaltete Ausgangsthese lautet, dass der bisherige globale Konsens bezüglich der regulatorischen Agenda im Wealth Management derzeit divergierenden Auffassungen weiche. Das zeige sich besonders in der Debatte um systematische Risiken etwa im Zusammenhang mit Fonds und ETFs (Kapitel 2). Ansonsten werden Fragen der Regulierung thematisiert im Hinblick auf Unternehmensführung, Kultur und Verhaltensregeln (K.3); Kosten, Gebühren und Vergütungen (K4); internationale Friktionen im Fondssegment (K5); Digitalisierung und Fintechs (K6) sowie nachhaltige Geldanlagen (K7).  

 

Institut für Vermögensverwaltung

VV-Studie 2018

Lutz Siebentag -

Zum fünften Mal befragte das Institut für Vermögensverwaltung in Aschaffenburg Deutschlands unabhängige Vermögensverwalter. Das Resultat: Kunden, Vermögen, Rentabilität usw. – alle verfügbaren Kennziffern sind im Aufwind. 

 

Autoren: Andreas Hackethal – Christine Laudenbach – Steffen Meyer – Annika Weber (unterschiedliche Universitäten)

Wenn Berater den Klienten gehorchen ist‘s auch nicht recht

Lutz Siebentag -

Titel der Studie: Client Involvement in Expert Advice – Antibiotics in Finance?

Zusammenfassung: Die Kritik am nichtindizierten Verbrauch von Antibiotika ist weit verbreitet. Häufig scheinen Ärzte diese Medikamente zu verschreiben, obwohl die Verabreichung medizinisch keinen Sinn macht bzw. kontraproduktiv ist. Mediziner reagieren auf solche Vorwürfe etwa, indem sie darauf hinweisen, dass Patienten oftmals ein Antibiotikum auch bei Widerspruch des Arztes strikt fordern, so dass dieser, um des lieben Friedens willen oder wegen des Placeboeffekts, schließlich doch nachgibt. Ähnlich scheint es bei der Anlageberatung zu sein.

Das Thema Finanzberatung wird überwiegend mit Blick auf die Angebotsseite, also die Berater und die unterstellten, meist interessenbedingten Bias-Faktoren problematisiert. Der Effekt der Nachfrageseite in der Beratungskommunikation wird seltener untersucht. Allerdings zeigen neuere Studien, dass Kunden häufig selbst qualitativ hochwertigen Ratschlägen nicht folgen wollen. Dass Kunden gegenüber ihrem Berater also ungehorsam sind, scheint nicht ungewöhnlich zu sein. Aber was ist, wenn der Berater gegenüber dem Kunden wider besseres Wissen zu gehorsam ist? Dieser Frage gingen Hackethal et al. auf Basis von Aufzeichnungen von 17.000 Beratungsgesprächen einer großen Bank nach. Die Berater sollen zwar in diesen Gesprächen die zentral selektierten, stärker auf Diversifikationsüberlegungen aufbauenden Empfehlungen der Bank gegenüber den Kunden vertreten, sie sollen aber auch offen gegenüber Vorschlägen von Klienten sein. Im Sample trugen 8% der Kunden eigene Ideen vor, von den abschließenden 25.200 Empfehlungen gingen dann nur noch 2% auf die Initiative der Kunden zurück. Die Wissenschaftler kommen nun zu dem Ergebnis, dass die aktiven Klienten, die ihre eigenen und oft idiosynkratischen Vorschläge durchsetzen konnten, bei den risikoadjustierten Erträgen nach Abzug der Gebühren schlechter abschnitten als die passiven Kunden, die brav den standardisierten Vorschlägen der Bank gehorchten. Ähnliche Motive wie bei den Medizinern, also insbesondere Kundenzufriedenheit, mögen die Berater bewegen, sich stärker auf einen Kundenvorschlag einzulassen als „objektiv“ aus Expertensicht angeraten wäre. Gehorsam gegenüber dem Berater hat sich also zumindest in diesem Sample mehr ausgezahlt als Gehorsam gegenüber dem Kunden.

Joachim Klement, CFA Institute

Wie Vermögensverwalter ihre Fertigkeit als Risiko Profiler verbessern können

Lutz Siebentag -

Titel der Veröffentlichung: Risk Profiling and Tolerance: Insights for the Private Wealth Manager

Zusammenfassung: Die sich über 112 Seiten erstreckende CFA-Publikation enthält 5 Aufsätze verschiedener Autoren zum Thema „Risk Profiling“. Bekanntlich hängt das optimale Portfolio eines Anlegers auch entscheidend von dessen Risikoneigung ab. Diese in der Praxis der Vermögensverwaltung verlässlich zu identifizieren – wie es auch regulatorisch gefordert wird – ist jedoch alles andere als einfach. Nicht unerhebliche Schwierigkeiten bereitet dabei der an sich triviale Umstand, dass die meisten Anleger sich in der Regel nicht oder zumindest nicht nur lehrbuchhaft-rational verhalten, sondern häufig emotional, widersprüchlich, zeitinkonsistent, „irrational“. Hinzu kommt, dass es nicht immer ganz einfach ist, gerade komplexe Emotionen oder Dispositionen anderer bzw. das Ausdrucksverhalten davon zu entschlüsseln. Beides verlangt Vermögensverwaltern besondere Fertigkeiten ab, wenn sie denn ein adäquates Risikoprofil ihrer Kunden erstellen sollen. Um hier Hilfestellungen für Wealth Manager zu leisten, vertieft die CFA-Veröffentlichung wichtige Probleme und Problemlösungen beim Risikoprofling aus theoretischer und praktischer Sicht.

Im einführenden ersten Artikel gibt Joachim Klement einen Überblick über Kenntnisstand und Probleme des Risiko-Profilings und demonstriert darüber hinaus, dass die gängige Praxis sehr mängelbehaftet ist. Im zweiten Aufsatz geht Michael Pompian auf die psychologischen Hintergründe und hier dann insbesondere auf die verschiedenen „Biases“ bzw. Verzerrungen ein, die in den letzten Jahrzehnten etwa auch im Kontext von behavioral finance eingehend erforscht wurden. John E. Garble nimmt sich im dritten Beitrag die gängigen Fragebögen vor, mit deren Hilfe das Risikoprofil erstellt werden soll; er zeigt, auch mit Hilfe zweier statistischer Gütekriterien (Validität, Reliabilität), dass die Fragebögen oft vollständig ungeeignet für diese Aufgabe sind. Im vierten Artikel thematisieren Elke U. Weber und Joachim Klement die situative Abhängigkeit von Risikopräferenzen; offenbar koexistieren in der menschlichen Psyche langfristig relativ konstante mit eher volatilen Risikoneigungen bzw. -abneigungen in Finanzfragen. Im fünften und abschließenden Essay diagnostiziert Greg B. Davies eine zu starke Fixierung auf die leichter quantifizierbaren Aspekte beim Risiko Profiling, was zu einer Übergewichtung der kurzfristigen gegenüber der langfristigen Perspektive führe. Insgesamt erfasse die gängige Praxis nur einen Teil der Faktoren, die zu einer adäquaten Einschätzung der Risikopräferenzen eines Kunden erforderlich seien.

Herausgeber: KPMG

Regulierung 2018: globale Trends

Elmar Peine -

Titel der Studie: Parting of the ways? Evolving Asset Management Regulation Report

Zusammenfassung: Die Studie befasst sich mit den neuesten regulatorischen Entwicklungen in den wichtigsten Finanzregionen der Welt. Die in Kapitel 1 der Studie entfaltete Ausgangsthese lautet, dass der bisherige globale Konsens bezüglich der regulatorischen Agenda im Wealth Management derzeit divergierenden Auffassungen weiche. Während in den USA die nach der Finanzkrise implementierten Regeln zunehmend als Belastungen wahrgenommen würden und eine Deregulierungs-Agenda auf dem Vormarsch sei, bleibe abzuwarten, welchen Pfad Europa, aber auch asiatische Länder, in diesen Fragen einzuschlagen gedenken. Diese Divergenz bzw. Differenz der Einschätzungen regulatorischer Eingriffe zeige sich insbesondere in der Debatte um systematische Risiken etwa im Zusammenhang mit Fonds und ETFs. Die unterschiedlichen Positionen in dieser noch offenen Diskussion werden in Kapitel 2 vorgestellt. Kapitel 3 thematisiert den globalen Regulierungsfuror außerhalb der USA mit Blick auf Unternehmensführung, Kultur und Verhaltensregeln, wobei auch MiFID II nicht zu kurz kommt. Das 4. Kapitel handelt von Transparenz- und anderen Vorgaben bei Kosten, Gebühren und Vergütungen. Das 5. Kapitel referiert die regulatorischen Gründe für internationale Friktionen im Fondssegment und die anhaltenden Widerstände gegen mehr Barrierefreiheit. Die Kapitel 6 und 6 befassen sich schließlich mit zwei neuen und weiten Beschäftigungsfeldern der Regulierungsinstanzen: zum einen die Angebote im Kontext von Digitalisierung und Fintechs, zum anderen nachhaltige Geldanlagen.

Verfasser: Prof. Dr. Paolo Vanini, Universität Basel

Kleine Enzyklopädie des Asset Managements

Elmar Peine -

Titel der Vorlesung: Asset Management

Zusammenfassung: Zunächst ist festzuhalten, dass es sich hier um keine Studie, sondern um eine als selektiver Überblick konzipierte Vorlesung zum Asset Management von Prof. Dr. Paolo Vanini handelt, einem gelernten Physiker und Mathematiker sowie Spezialisten für strukturierte Produkte, der derzeit u.a. an der Universität Basel lehrt. Das online zugängliche Vorlesungsskript hat einen stattlichen Umfang von 445 Seiten. Eine Zusammenfassung ist daher natürlich nicht möglich, dafür eine stichwortartige Aufzählung der Oberthemen. Die Vorlesung behandelt sowohl verbreitete konventionelle wie auch neuere Investmentmethoden, darüber hinaus berücksichtigt sie neuere regulatorische und rechtliche Entwicklungen und geht auf zentrale Aspekte des oft als disruptiv beschriebenen technologischen Wandels im Asset Management ein. In der Vorlesung wird das Asset Management sowohl aus theoretischer wie auch aus praktischer Perspektive beleuchtet, wobei die Mathematik auf das Notwendige beschränkt wird. Der theorieorientierte Abschnitt beginnt mit dem zweiten Kapitel des Vorlesungsskripts, das Grundlagen und fundamentale Konzepte behandelt. Das dritte Kapitel geht auf die Portfoliokonstruktion ein. Und im vierten Kapitel wird eine Synthese der Investmenttheorie mit Anwendungsbeispielen vorgetragen. Der eher praktisch orientierte Teil beginnt mit dem fünften Kapitel, das einen globalen Überblick über die Branche der Vermögensverwaltung enthält. Das sechste und letzte Kapitel ist technologischen bzw. digitalen Innovationen der Branche gewidmet. Unterthemen sind dabei u.a.: (Big-) Datenanalyse; Block Chain und Kryptowährungen; der Zusammenhang von Demographie und Pensionsfonds.

App Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Erträge, Kosten und Vergütungen deutscher Vermögensverwaltungen

Lutz Siebentag -

Titel der Studie: Asset Manager 2018. Analyse von Ertrags-, Kosten und Vergütungsstrukturen bei unabhängigen Vermögensverwaltern

Zusammenfassung: Der von der App Audit GmbH bereits im vierten Jahr durchgeführten Studie zur Ertrags-, Kosten- und Vergütungsstuktur bei unabhängigen Vermögensverwaltungen in Deutschland liegen die Geschäftsdaten von 180 Vermögensverwaltungen zugrunde. Eine zusätzliche Längsschnittuntersuchung der Entwicklung von 2007 bis 2016 basiert auf Daten von 110 Häusern. Die Studie gliedert sich in vier Kapitel: 1) Geschäftsmodelle; 2) Wesentliche Unternehmensdaten; 3) Ertragsbezogene Relationen; 4) Kosten- und Vergütungsstrukturen. Die Studienergebnisse werden in Bezug auf Größengruppen präsentiert, wobei die Top Ten in zahlreichen Schaubildern namentlich differenziert werden.

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die „strukturell überdurchschnittliche Entwicklung der großen Marktteilnehmer bei den unabhängigen Vermögensverwaltern. Der Abstand zu den übrigen Vermögensverwaltern wurde in den letzten Jahren immer größer“ (Studie, S.4). Dennoch können gegen diesen Trend der Polarisierung sich auch kleinere Verwaltungen sehr positiv entwickeln.

Die Ertragskraft der Unternehmen wird durch Provisionsüberschüsse und Verwaltungsaufwendungen erfasst. Die Provisionsüberschüsse, von denen zwei Drittel auf die Top Ten entfielen, lagen erstmals seit 2008 unter den Vorjahresergebnissen, und zwar mit 520 Mio. EUR um 5 Prozent; hier fielen die Rückgänge bei den Top Ten sogar stärker aus als bei den anderen Verwaltungen. Im zeitlichen Verlauf über mehrere Jahre zeigt sich der erwähnte Trend der Polarisierung: die Großen schnitten überdurchschnittlich ab und der Abstand zum „Rest“ hat zugenommen. Die Verwaltungsaufwendungen sind im 9-Jahreszeitraum gleichfalls angestiegen, aber deutlich schwächer als die Provisionsüberschüsse.

Die ertragsbezogenen Relationen beinhalten die Provisionserträge pro Mitarbeiter (PM) und die Umsatzrentabilität. Die PM waren sehr heterogen verteilt und auch in der zeitlichen Betrachtung kommt es auf den Zeitraum an. Die PM nahmen etwa zwischen 2012 und 2016 bei der Grundgesamtheit stärker zu als bei den Top Ten. Bei der Umsatzrentabilität wirkt sich zwar Größe als begünstigender Faktor aus, allerdings gilt dieser Zusammenhang nicht innerhalb der Top Ten; darüber hinaus konnten bei dieser Kennzahl auch kleinere Verwaltungen glänzen.

Die Kostenstrukturen werden mit Hilfe von Cost-Income-Ratio (CIR: Verwaltungsaufwendungen im Verhältnis zu den Provisionserträgen), von Quoten zum Sach- sowie Personalaufwand sowie im Hinblick auf Vergütungen analysiert. Die CIR der Hälfte der Verwaltungen lag im Bereich zwischen 50 und 90 Prozent, womit die CIR erstmals seit Jahren gegenüber dem Vorjahr wieder angestiegen ist. Die Kostenstrukturen sind allerdings insgesamt sehr heterogen. Die Sachaufwandsquote liegt im Zeitverlauf zwischen 2007 und 2016 bei 55 bis 65 Prozent der gesamten Verwaltungsaufwendungen, was einem relativ stabilen Durchschnitt entspricht. Die Personalaufwendungen pro Mitarbeiter haben sich in den letzten Jahren stetig nach oben entwickelt. Bei den Vergütungsstrukturen fand die Studie heraus: Geschäftsleiterbezüge machen rund 12% der Personalaufwendungen aus. Sie betragen durchschnittlich 236 TEUR pro Geschäftsleiter, wobei die Verteilung stark streut. Für Aufsichtsräte gilt: „Während in der Spitze an das Gremium TEUR 165 vergütet wurden, lag der Durchschnitt für alle Unternehmen hier bei rund TEUR 20“ (Studie, S.33).

Herausgeber: WealthBriefing

Technologietrends in der Vermögensverwaltung

Friedhelm Hellmer -

Titel der Studie: Technology and Operations Trends in Wealth Management Report 2018

Zusammenfassung: Die Studie geht den Trends des Technologieeinsatzes in der Vermögensverwaltung auf Basis einer Befragung von 85 Vermögensverwaltern weltweit nach.

Ein Oberthema der Studie (Kapitel 1 und 7) ist der Zusammenhang von zunehmender Regulierung und Technologie. Fast die Hälfte der Befragten sieht im Einsatz von Technologie eine wichtige Voraussetzung, um erhöhte regulatorische Vorgaben erfüllen zu können – die Studie spricht hier von Regtech in Analogie zu und Abgrenzung von Fintech. An erster Stelle wird dabei als Grund die Verbesserung der Datenverwaltung genannt. Erscheint verstärkte Regulation also einerseits als Treiber der Technologieanwendung, so wird sie andererseits auch als Technologiehindernis erachtet: denn die hohen Ressourcen (zeitlich, sachlich, personell usw., letztlich finanziell), die vermehrte Regulation absorbiere, halte Verwalter zugleich davon ab, mehr in Technologie zu investieren.

Ein weiteres Generalthema der Befragung ist Outsourcing der Technologie, was offenbar vor dem Hintergrund rapide wachsender Cloud-Lösungen immer populärer wird. Beinahe die Hälfte der Befragten möchte den Weg der Auslagerung beschreiten, während nur 7% (Vorjahr 16%) von dieser Option nichts halten. Motive für Outsourcing sind an erster Stelle Effizienzgesichtspunkte (82% der Befragten), gefolgt von erhofften Verbesserungen der Service-Qualität (77%).

Ein wunder Punkt des Technologieeinsatzes ist laut Befragung die Cyber-Sicherheit. Rund ein Fünftel glaubt, dass sie nicht ausreichend vorhanden ist, nur 15% der Verwalter vertrauen darauf, dass Sicherheit in hohem Grade gegeben ist.

Eine interessante Frage, die die Studie vertieft, ist die nach der Anzahl der Systeme, die von den Vermögensverwaltungen eingesetzt werden. Einen Systemwechsel beabsichtigen nun deutlich weniger als in Vorjahresbefragungen, stattdessen hat das Interesse an Teilsystemen, an technologischen Zusatzkomponenten zugenommen. Auch greifen die meisten Häuser auf mehrere Systeme zurück: 46% der Befragten benutzen vier oder mehr Systeme, nur 6% der Befragten nutzen ein System.

Die Befragung bestätigt, dass der Trend generell dahin geht, die Produktpalette zu verbreitern und dabei die Anzahl der Assetklassen und der hierfür erforderlichen Instrumente zu vergrößern – ein Stichwort lautet: alternative Assetklassen. Für 42% der befragten Verwaltungen hat dieser Aspekt hohe oder höchste Priorität, das gilt insbesondere für Anbieter in Asien, aber auch UK- und US-Verwalter. Das ist aber zugleich mit einem höheren technologischen Aufwand verbunden.

Trotz dieser Herausforderungen und mancher Unkenrufe, die man aus diversen Reports von Beratungsunternehmen heraushören kann, ist jedoch die Einschätzung zu den Aussichten ihrer Branche bei der überwiegenden Mehrheit der befragten Verwalter optimistisch. Nur 7% sind explizit Pessimisten.

Herausgeber / Autoren: Consileon Frankfurt GmbH / Karsten Junge und Barbara Schmitz

Private Banking / Wealth Management Sentiment Index – Umfrage

Elmar Peine -

Titel der Studie: Private Banking / Wealth Management Sentiment Index – Umfrage

Zusammenfassung: Ziel der Studie ist es, mehr über die Befindlichkeiten und die Herausforderungen in der Kundenberatung von Vermögensverwaltungen herauszufinden. Dazu führte Consileon im März und April 2018 eine Befragung von 96 Kundenberatern mit Hilfe eines strukturierten Online-Fragebogens durch. Gefragt wurde zu fünf Themenschwerpunkte. Erstens die Geschäftslage: die wird überwiegend positiv eingeschätzt. In diesem Kontext gaben dann auch 59% der Befragten an, ihre Betriebsziele erreichen zu können. Der zweite Kernpunkt ist „der Kampf der Geschäftsmodelle“. Die Autoren schreiben dazu: „die Gruppe der Direktbanken wird als stärkster Wettbewerber im Wealth Management wahrgenommen. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass damit der Kampf der Geschäftsmodelle stärker wiegt als der Wettbewerb innerhalb des Segments.“ Der dritte Themenkomplex ist das Kundenverhältnis. In den Kundengesprächen dominierten drei Themen: das Niedrigzinsumfeld (bei 61% der Befragten, Mehrfachantworten möglich), die US-Politik (46%) und die Kosten der Anlageberatung (28%). Der vierte Schwerpunkt ist der Einsatz digitaler Technologie. Hier bestehe die besondere Herausforderung darin, „dass gerade vermögende Kunden ein hybrides Kundenverhalten an den Tag legen: sie fordern in Bezug auf Interaktionsmöglichkeiten ein ‚sowohl als auch‘. Sowohl persönlich, als auch digital.“ Allerdings seien die digitalen Basisangebote im Wealth Management, insofern überhaupt welche existierten, so, dass sie die Kundenerwartungen kaum erfüllten. Die Autoren sprechen sogar von einer digitalen Unreife der Branche. Das fünfte und letzte Oberthema der Umfrage ist MiFID II. „Dabei war die Einschätzung der Mehrheit der Befragten klar: die Einführung von MiFID II hat sich negativ auf die Geschäftstätigkeit ausgewirkt.“

Die Autoren stellen in ihrem Fazit fest, dass die Lage im Vertrieb gut, aber nicht so gut sei, wie manche Verantwortliche sie gerne hätte.

Herausgeber / Autoren: Bain&Company / Matthias Memminger, Mike Kühnel und Cyrosch Kalateh

Die Zukunft der Vermögensverwaltung – Ein Kassandraruf?

Lutz Siebentag -

Titel der Studie: After the Easy Money Boom, Stark Choices for Asset Managers

Zusammenfassung: Der Kassandraruf ist die Warnung vor einem drohenden Unheil, die kein Gehör findet. Nun ist die Warnung vor einer drohenden Polarisierungstendenz bei Vermögenverwaltungen und einem Schwund insbesondere bei mittleren und kleineren Einheiten mit klassischer Ausrichtung nicht neu. Dennoch glauben auch die Autoren einer neuen Studie von Bain&Company, dass diese Warnung bedingt u.a. durch den positiven Wachstumstrend der letzten Jahre bei den verwalteten Vermögen, die Bullenmärkte und den weltwirtschaftlichen Aufschwung nicht die nötige Aufmerksamkeit erhält. Die Autoren der Studie schreiben in einer Kurzzusammenfassung: „Allerdings ist das Geschäft weniger stabil, als es scheint“. Woher rühren die Faktoren möglicher Instabilität? Die Studie erkennt sie – auch damit weicht sie von der Diagnose der meisten aktuellen Studien anderer Beratungsunternehmen zum Wealth Management nicht ab – in: säkularen Veränderungen von Kundenverhalten, Technologie und Regulierung. Inwiefern in solchen Befunden auch Eigeninteressen der Beratungsunternehmen in objektivierender Gestalt codiert sind, ist eine andere, hier nicht zu traktierende Frage. Die Studie prognostiziert jedenfalls, dass bis 2022 die Branche einen deutlichen Profitabilitätsverlust zu verarbeiten habe. Das liege am Rückgang des Wachstums der verwalteten Vermögen und an deutlichen Kostensteigerungen. Bis 2022 werde der Ertrag pro verwaltetem Euro Vermögen jährlich um durchschnittlich 7 Prozent zurückgehen. Das werde aber nicht alle Vermögensverwaltungen gleich treffen. Die Autoren schreiben: „Die Bain-Studie zeigt, dass die Gewinnspanne zwischen den zehn stärksten und den zehn schwächsten Unternehmen von 10 Basispunkten im Jahr 2017 auf 13 Basispunkte im Jahr 2022 ansteigen wird – gegenüber nur 4 Basispunkten im Jahr 2013. Das bedeutet für einen mittelgroßen Asset-Manager mit einem Vermögen von 300 Milliarden Euro im Jahr 2022 einen signifikanten Gewinnunterschied von rund 400 Millionen Euro.“ Für Vermögensverwaltungen unter Druck gebe es daher zwei Optionen: den Versuch, Skaleneffekte – in Bezug auf passive oder aktive Produkte – besser zu nutzen oder den Rückzug in Nischen. Jedes dieser Modelle hat aber seine eigene Herausforderungen.

EMNID Umfrage

Digitale Verwaltung - besonders beliebt bei Männern und Ostdeutschen

Elmar Peine -

 

Digitalen Vermögensverwaltern trauen insbesondere Ostdeutsche und Männer mehr als der traditionellen Form der der Verwaltung. Das zeigte eine Umfrage, die Kantar TMS Emnid im Auftrag des digitalen Vermögensvermittlers WMD  bei "allen Deutschen mit einem Haushaltseinkommen zwischen 20.000 und 60.000 Euro" im Juni durchgeführt hat. In der Studie ("Das liebe Geld") zu den Vorlieben der Deutschen in punkto Geldanlage wurde die Frage gestellt: "Wenn Sie heute 250.000 € erhalten würden, wie würden Sie die Geldanlage verwalten?"

"Bei meinen Finanzen bevorzuge ich eine Onlineverwaltung" haben demnach 58 Prozent der Männer, aber nur 41,8 Prozent der Frauen geantwortet. Die Ost-West -Differenzierung ergab, dass 49,6 Prozent der Befragten aus den alten Bundesländern (West) die Onlineverwaltung bevorzugen. Bei den neuen Bundesländern (Ost) waren es sogar 51,6 %.

Ostdeutsche und Männer zeigten sich auch selbstbewusster im Umgang mit Finanzen. Die Frage "Wenn ich mein Geld digital selbst verwalten würde, wäre mir eine zusätzliche persönliche Beratung sehr wichtig" haben 58,7 % der Befragten aus der Region West mit „Ich stimme voll und ganz zu“ beantwortet. Jedoch nur 56,9 % der Befragten aus den neuen Bundesländern ist eine zusätzliche persönliche Beratung sehr wichtig, wenn sie ihr Geld digital anlegen. Bei Männern und Frauen beträgt der Anteil der gewünschten zusätzlichen persönlichen Beratung 56,5 beziehungsweise 60,1 Prozent.    

 

 

CFA-Institute: Charles Cao, Yong Chen, William N. Goetzmann, Bing Liang

Im Windschatten von Hedgefonds

Elmar Peine -

 

Zusammenfassung: Motivierender Ausgangspunkt der Studie ist der von Goldman Sachs 2016 aufgelegte ETF GVIP, der den Hedge Fund Index VIP nachbildet. Der VIP beinhaltet Aktien, die zu den „Very Important Positions“ von Hedge Fonds gehören. Der VIP hat seit 2001 den S&P-Index um mehr als 2 Prozentpunkte p.a. übertroffen. In Anbetracht dessen untersuchten die Autoren eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit der möglichen „Ausbeutung“ von Preisineffizienten durch Hedge Fonds. Grundlage ihrer Studie ist eine große Datensammlung, die die Aktienpositionen von 1517 Hedge Fonds in den USA im Zeitraum von 1981 bis 2015 erfasst. Ein Ergebnis der Studie ist, dass Hedge Fonds in der Tat unterbewertete Aktien identifizieren können und in diese investieren. Insbesondere besteht ein nichtzufälliger positiver Zusammenhang zwischen a) einer Unterbewertung und b) den Aktienbeständen bzw. dem Handel mit betreffenden Aktien auf Seiten von Hedge Fonds. Es zeigte sich bei der näheren Untersuchung, dass die Kombination unterbewertete (Positives-Alpha-)Aktie / starkes Engagement von Hedge Fonds die Kombination Unterbewertung / geringes Engagement von Hedge Fonds im Hinblick auf die Performance deutlich schlägt. Was passiert, wenn Investoren diese Zusammenhänge strategisch umsetzen? Die Autoren verglichen hierfür zwei Portfolios und kamen im Hinblick auf die risikoadjustierten Erträge zu folgenden Ergebnissen: das Portfolio mit hohem Hedge-Fonds-Engagement generierte ein Alpha von 4,8% pro Jahr, wohingegen das Portfolio mit geringem Engagement nur auf ein jährliches Alpha von 0,24% kam.  

Eine weitere Frage, die die Autoren traktierten, lautete: Können Hedge Fonds Fehlbepreisungen von Aktien korrigieren? Die Antwort lautet: Ja. Bei Aktien, die in einem gegebenen Quartal zu den Favoriten von Hedge Fonds zählen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es im nächsten Quartal zu einer Preiskorrektur kommt. Das spreche, so die Autoren, für die These, dass Hedge Fonds – etwa im Unterschied zu anderen institutionellen Investoren – bei Aktien nicht nur Marktineffizienzen ausbeuten, sondern zeitverzögert hier auch die Markteffizienz verbessern.

 

Titel der Studie: „Hedge Funds and Stock Price Formation“

(erscheint in: Financial Analysts Journal, Volume 74, Nr.3; preprint CFA-Institute)

Deutsche Bundesbank (Arne C. Klein, Kamil Pliszka)

Spreads von Unternehmensanleihen

Lutz Siebentag -

Zusammenfassung: Die Studie möchte Antworten zu der Frage beisteuern: Welche Faktoren erklären die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen? Ausgangsproblemstellung ist der Befund, dass während der Finanzkrise 2007 bis 2009 die Spreads von Corporate Bonds stärker zunahmen, als traditionelle Modelle erwarten ließen. Das führte zu einer Welle von neuen Untersuchungen, die sich bisher jedoch ausschließlich auf den US-Markt beschränkten. Da sich US-Unternehmen weit stärker über Anleihen finanzieren als europäische, ist nicht ausgemacht, dass US-Ergebnisse einfach auf Europa zu übertragen sind. Die Studie untersucht die soeben skizzierte Fragestellung daher erstmals anhand von in Euro denominierten Corporate Bonds mit Rating AA und BBB für den Zeitraum zwischen 2003 und 2015. Auch methodisch beschreiten die Autoren im Rahmen dieser Problemstellung einen neuen Weg, indem sie einen quantitativen Ansatz (Bayesian model averaging) anwenden, der die in der Studie als relevant erkannten Risikofaktoren aus einer Grundmenge von 37 Faktoren selektiert. Diese Vorgehensweise garantiert nach Auskunft der Autoren einen höheren Objektivitätsgrad als alle bisherigen Studien, die auf intuitiver Faktorauswahl beruhen. Die berücksichtigten systematischen Risikofaktoren sind u.a.: Arbeitslosenquote; ökonomischer Stimmungsindex; Aktienmarktrenditen (EuroStoxx50); Zinsstruktur; Währungskurse. Darüber hinaus wählten die Autoren einen Regime-Ansatz, der es erlaubt, zwischen Phasen mit starker Marktturbulenz und ruhigem Verlauf zu unterscheiden. Das erwies sich als entscheidend. Denn Klein und Pliszka fanden heraus, dass systematische Risikofaktoren die Spreads im Regime mit starken Marktturbulenzen deutlich stärker beeinflussen (in Hinblick auf Größe und Signifikanz) als im Regime der ruhigen Marktphase. Die Autoren schließen daraus, dass Investoren sich in turbulenten Märkten bei der Bewertung von Anleihen vor allem auf den Markt beeinflussende fundamentale Größen stützen, während in ruhigeren Phasen indiosynkratische, d.h. unternehmensbezogene Faktoren eine größere Rolle spielen. Die Studie zeigt ferner, dass sich Anleihen mit schlechterem Rating (BBB) von solchen mit besserem (AA) unterscheiden, wobei partiell jeweils andere systematische Risikofaktoren relevant sind: Die BBB-Anleihen verharren länger im Krisenregime als die AA-Anleihen, für erstere sind also systematische Faktoren länger die Basis der Bewertung.   

Titel der Studie: The time-varying impact of systematic risk factors on corporate bond spreads

(Bundesbank, Discussion Paper No. 14/2018)

 

 

Capgemini

Immer mehr HNWI auf Erden

Lutz Siebentag -

ZUSAMMENFASSUNG: Der jährlich erstellte Wealth Report von Capgemini befasst sich auch dieses Jahr wieder mit der Lage der HNWI unter besonderer Berücksichtigung von Big Techs und Kryptowährungen. Offenbar ist die Population der HNWI 2017 kräftig angestiegen, und zwar vor allem in Nordamerika, Asien und Europa. Die Assetquoten des aggregierten HNWI-Portfolios stellten sich in Q1/2018 wie folgt dar: 30,9% Aktien, 27,2% Cash, 16,8% Immobilien. In den USA waren die HNWI am zufriedensten mit dem Verhältnis zu ihren Asset Managern (rund drei Viertel der Befragten), im Durchschnitt fand aber nur gut die Hälfte der befragten HNWI die Beziehung zum Vermögensverwalter sehr ok.

Swiss Sustainable Finance (SSF)

Nachhaltige Schweiz

Lutz Siebentag -

ZUSAMMENFASSUNG: Die Studie basiert auf der Befragung von 66 Vermögensverwaltern und Institutionellen Investoren und gibt einen Überblick über den Schweizer Markt der Nachhaltigen Geldanlagen, der laut Studie 2017 kräftig an Umfang zugenommen habe. Interessierte können diese Studie mit den Daten des Marktberichts Nachhaltige Geldanlagen 2018 vergleichen, der ein eigenständiges Schweiz-Kapitel beinhaltet und den selben Zeitraum abdeckt, der aber eine etwas andere Methodik verwendet (siehe Artikel „Neue Studien zur nachhaltigen Geldanlage“ in dieser Ausgabe).  Link: Schweizer Marktstudie Nachhaltige Anlagen 2018

Deloitte

THE WINDING ROAD TO FUTURE VALUE CREATION

Lutz Siebentag -

 

ZUSAMMENFASSUNG: Die Spitzenstellung der Schweiz als PrivateBanking-Zentrum bestätigt auch der Monitor von Deloitte: Die Schweiz ist in diesem Vergleich immer noch auf Rang 1 in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit, Größe und Performance. Allerdings hat die Schweiz insbesondere beim Wachstum des internationalen Marktvolumens an Terrain verloren, ganz vorne liegt hier Hong Kong, gefolgt von den USA.

 

Hochschule Luzern, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

SCHWEIZER PRIVATE BANKING

Lutz Siebentag -

AUTOREN: Thomas Ankenbrand und Jürg Fausch,

ZUSAMMENFASSUNG: Die an der Hochschule Luzern durchgeführte Studie gibt einen Überblick über die Asset-Management-Landschaft in der Schweiz auf der Basis einer Befragung Schweizer Asset Manager. Im Schweizer Asset Management sind 9600  Personen direkt und 44.500 Personen indirekt beschäftigt Die  Schweizer Marktgröße betrug Ende letzten Jahres 2,2 Billionen  CHF, das ist rund das Dreifache des Schweizer GDP. Dem komme  zugute, dass die Schweiz ein stabiles, auch gegenüber Krisen  robustes Finanzzentrum sei, das zudem in einer guten makroökonomischen Umwelt platziert sei. Die Autoren stellen zudem  ein globales Ranking von regionalen Asset-Management-Zentren  vor. Angeführt wird dieses mit deutlichem Abstand von Singapur;  Zürich and Genf kommen auf die Ränge 4 bzw. 8 und befinden  sich damit etwa zusammen mit London und New York in einer  relativ homogenen „Verfolger“-Gruppe. 81 Prozent der befragten  Schweizer Manager verfolgen nur aktive Strategien, 17% legen  zudem auch passiv an; das spreche, so die Autoren, für eine starke  Alpha-Orientierung.

 

Uni Stuttgart / Union Investment

Nachhaltigkeit und Institutionelle

Lutz Siebentag -

Nachhaltiges Vermögensmanagement Institutioneller Anleger 2018 in Deutschland

Im Rahmen der von dem Stuttgarter Betriebswirtschaftsprofessor Henry Schäfer in Kooperation mit der Union Investment durchgeführten Studie wurden im Zeitraum zwischen Februar und April dieses Jahres 203 institutionelle Anleger zum Thema „nachhaltiges Investieren“ befragt, darunter waren 41 Kreditinstitute, 37 Versicherungen, 34 Kapitalverwaltungsgesellschaften, 33 Stiftungen/Kirchen, 31 Großunternehmen und 27 Altersvorsorger / Pensionskassen.

65% der befragten Institutionellen gaben an, Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen. Ganz vorne lagen hierbei Kapitalverwaltungsgesellschaften mit 91%, gefolgt von Stiftungen / Kirchen mit 88%; Schlusslichter waren Kreditinstitute mit 39%. Insgesamt waren 49% der Assets der Befragten nachhaltig investiert. An der Spitze lagen hier Stiftungen/Kirchen, deren Anlagen zu 80% nachhaltig waren. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsstrategie sind unter den Befragten am weitesten verbreitet: Ausschlusskriterien (91%), negatives Screening (67%) und positives Screening (62%), Best-In-Class (57%) und Engagement / Active Ownership (37%). 

Sind die Institutionellen mit ihrem Nachhaltigkeitsengagement zufrieden? Für die Mehrheit trifft das zu. 56% der Befragten waren mit ihrer nachhaltigen Anlage sehr oder außerordentlich zufrieden, wobei auch hier wieder Stiftungen/Kirchen mit 69% ganz vorne lagen. Nur 15% aller Befragten können sich einen Ausstieg aus dem nachhaltigen Investieren vorstellen. Was sind die Motive für nachhaltige Geldanlage? In der Befragung wurden ökonomische Kriterien am häufigsten genannt, noch vor sozialen, ethischen oder ökologischen Aspekten. 70% der Befragten gaben an, dass sich ihr nachhaltiges Portfolio in Bezug auf Rendite bzw. Risiko im Vergleich mit einem herkömmlichen gleich oder besser entwickelt hat. Von den befragten Stiftungen/Kirchen sagten dies zwar nur 50% bzw. 42%, aber mit 46% bzw. 50% war hier die Angabe „dazu liegt mir keine Information vor“ mit Abstand am größten. Vermutlich ist diese Antwort Ausdruck davon, dass Stiftungen / Kirchen Aufgaben der Vermögensverwaltung häufig in der einen oder anderen Weise delegieren. Deutlich häufiger liegen diesbezügliche Informationen bei den anderen institutionellen Anlegern, die an der Befragung teilnahmen, vor. Da es sich bei Letzteren aber um Finanzprofis handelt, sollte dieses Wissen zum Kompetenzprofil gehören. Dennoch ist auch in dieser Gruppe die Informationslücke bei bis zu 26% (Altersversorger / Pensionskassen).

Welche Impulsgeber motivierten die Institutionellen, sich zukünftig noch mehr mit Nachhaltigkeit zu beschäftigten? Mit 54% lagen „veränderte regulatorische Bedingungen“ ganz vorne, gefolgt von veränderten Risikobedingungen (20%), Medienberichterstattung (16%) und Anforderungen von NGOs (10%). Können solche Impulse ohne Beratung umgesetzt werden? Nach Ansicht der Mehrheit der Befragten wohl nicht. Jedenfalls wenn nach dem Beratungsbedarf für nachhaltige Kapitalanlagen im Markt generell gefragt wird. Denn auf diese Frage antworteten 54% der Institutionellen, dass sie diesen Bedarf als hoch oder sehr hoch einschätzen. Von den Kapitalverwaltungsgesellschaften sagten dies 71%, von den Stiftungen und Kirchen 61%.

Ein wichtiges Thema ist die Frage nach den spezifischen Wirkungen nachhaltiger Geldanlagen. Auch bei Institutionellen scheinen hier Wissensdefizite zu bestehen. Denn 78% der Institutionellen würden mehr nachhaltig anlegen, wenn die Nachhaltigkeitswirkungen ihrer Investments messbar bzw. besser nachweisbar wären. Alexander Schindler, Vorstandsmitglied der an der Studie beteiligen Union Investment, weist jedoch in der Pressemitteilung zur Studie darauf hin, dass sich die ESGQualität von Portfolios und der CO2-Fußabruck bereits heute messen ließen. Vor diesem Hintergrund ist es dann ein wenig überraschend, wenn nur 28% der Befragten über die Klimawirkung ihres Portfolios informiert sind (Spitzenwert: Kapitalverwaltungsgesellschaften 58%). Das deutet darauf hin, dass eine abstrakte Klage über fehlende Messungen einfacher und schneller ausgesprochen ist, als die Mühe auf sich genommen ist, die Klage zu verifizieren bzw. zu falsifizieren und zudem auch noch eine konkrete Wirkungsmessung durchzuführen.

 

LGT

Nachhaltigkeit

Lutz Siebentag -

Im Rahmen der Befragung von Hochvermögenden durch die LGT werden hier die Ergebnisse in Bezug auf Nachhaltigkeit detaillierter nachgezeichnet. 

LGT-Private Banking-Report

Der Robo - das unbekannte Wesen

Lutz Siebentag -

Die LGT zeigt in ihrem zweijährlichen Private Banking Report die Umfrageergebnisse von Hochvermögenden aus der Schweiz, Österreich und Deutschland. Dabei geht es um die Zufriedenheit mit der Rendite und dem Risiko sowie den Wealthmanagement-Dienstleistern sowie um die Einstellungen zu neuen Trends und Entwicklungen wie der Digitalisierung der Finanzdienstleistungen. 

 

Flossbach von Storch Research Institute

German Angst

Lutz Siebentag -

In der Studie „German Angst“ interpretiert Kleinheyer die Umfrageergebnisse u.a. im Hinblick auf generelle Funktionen von Angst; er belässt es jedoch nicht, wie sonst üblich, bei der Engführung auf Psychologie oder Behavioral Finance, sondern bettet diese Ansätze in eine übergeordnete soziologische Perspektive ein. Dabei sieht er in einem Vergangenheitsaspekt und zwei Gegenwartstendenzen wichtige Bestimmungsgründe der starken Verlustaversion deutscher Anleger. Erstens vertritt er unter Verweis auf einschlägige Literatur (etwa die Mono- graphie Taylors zur Hyperinflation in D.) die gerade außerhalb Deutschlands seltener für überzeugend gehaltene Hypothese, dass Verlusterfahrungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhun- derts in Deutschland sich bis heute in größerer Risikoaversion bemerkbar machten. Das wäre, sofern man diese „Geschichtser- zählung“ akzeptiert, dann der einzige spezifische Faktor, der die „German Angst“ erklären könnte, denn die beiden im Folgenden anzusprechenden Gegenwartsaspekte, die Kleinheyer nennt, sollten, wenn sie denn zutreffen, auch für andere moderne Gesellschaften gelten. Zweitens schließt er sich der Sichtweise des Soziologen Ulrich Beck an, der bereits 1986 in dem Buch „Risikogesellschaft“ u.a. Individualisierungsprozesse als Unsicherheit und soziales Risiko befördernde Trends moderner Gesellschaften ausmachte.

 

Patrick Houweling und Jeroen van Zundert

Faktorinvesting bei Unternehmensanleihen

Lutz Siebentag -

Studien zum Faktor-Investing haben im Aktiensegment eine längere Tradition und sind auch reichhaltiger vorhanden als in Bezug auf Bond-Märkte. Die von Houweling und Zundert vorgelegte Studie zeigt empirisch, dass ein Multi-Faktor-Portfolio aus Size-, Low-Risk-, Value- und Momentum-Faktor auch auf dem Markt für Unternehmensanleihen Alpha generieren kann. Das gilt auch bereits für entsprechende Ein-Faktor-Portfolios. Weil aber die Korrelationen zwischen den Ein-Faktor-Portfolios gering sind, kann ein aus den genannten vier Faktoren kombiniertes Portfolio von den Diversifikationseffekten des Multifaktor-Ansatzes profitieren. Die Ergebnisse sind robust gegenüber Transaktionskosten, Unterschieden bei der Faktordefinition und weiteren Variationen im Setting.

 

Donald R. Chambers, Keith H. Black, Nelson J. Lacey, CFA-Institute, CAIA Association

Enzyklopädie: Alternative Investments

Elmar Peine -

 Hier handelt es sich um keine Studie, sondern um ein auf der CFA-Online-Plattform zugängliches Quasi-Lehrbuch im PDF-Format im Gesamtumfang von 183 Seiten. Das Buch handelt von Alternativen Investments; die untergliedern sich im Buch in – wir benützen die eng- lischen Begriffe – Hedge Funds, Private Equity, Real Assets und Complex structured Products. Bereits im ersten Kapitel werden diese Unterkategorien näher definiert. Dies erfolgt in Abgrenzung gegen verwandte Unterkategorien zweier anderer Gruppen: erstens von Investments, die teils als alternativ, teils als traditionell gelten; und zweitens von Investments, die in jedem Fall als traditionell bezeichnet werden. Damit konzen- triert sich das Buch auf „reine“ Alternative Investments. Die Schrift richtet sich an Leser, die mit Investment-Wissen speziell in Bezug auf traditionelle Vermögensklassen bereits vertraut sind. Anliegen der Autoren ist es, gerade die davon abweichen- den Charakteristika, Probleme und Problemlösungen bei Alter- nativen Investments eingehender darzulegen. Die genannten Hauptkategorien der Alternativen Investments werden dabei zunächst weiter in Subgruppen untergliedert und vorgestellt. Wichtige Aspekte, die im Anschluss daran diskutiert werden, sind u.a. verschiedene Risikoaspekte, Kenngrößen, Benchmark- Probleme wie auch Portfoliokonstruktionen.   

 

Knight Frank

Wealth Report (Immo)

Lutz Siebentag -

Der 12te Wealth Report von Knight Frank beschäftigt sich wie jedes Jahr mit Luxusimmobilien der im Allgemeinen sehr mobilen UHNWI. Rund um die Welt auf 80 Seiten, lautet das Motto, damit ist auch der Umfang der Broschüre bestimmt. Die Themen sind wie üblich: U.a. Bestandsaufnahme der großen Vermögen weltweit, dazu gehört auch der neue Knight Frank City Wealth Index. London taucht in den verschiedenen Kategorien jeweils immer ganz oben in der Spitzengruppe auf, München ist die einzige deutsche Stadt, die in den Hauptkategorien dieser Champions League erscheint, aber stets auf einem der hintersten Plätze. Von Frankfurt hingegen weit und breit keine Spur. Das wundert unseren vielleicht ein wenig naiven Rezensenten des Wealth Reports dann doch ein wenig. Denn vernahm er nicht immer wieder, dass Frankfurt nach dem Brexit-Entscheid London beerben soll, gar vielleicht zum neue London werde. Aber noch berichtet etwa Knight Frank trotz seines zuversichtlich stimmenden Namens nicht aus Frankfurt. Im Kapitel „Property“ wird der Knight Frank Prime International Residential Index präsentiert, bevor auch auf diesen Themen-Komplex aus verschiedenen Blickwinkeln spezieller und auch individueller eingegangen wird. Weitere eigenständige Kapitel sind „Kunst- und Luxusausgaben“ und eine „Datenbank“ zu Vermögen und HNWI-Charakteristika.

Flossbach von Storch-Research-Institut

Wer hat Angst vor Aktien

Lutz Siebentag -

Eine geläufige Antwort auf die zur Über- schrift gemachte Frage lautet: Die Deutschen. Das Flossbach von Storch Research Institute hat diese Antwort durch Befra- gung von 1000 Studienteilnehmern in Deutschland überprüft und in der Tendenz bestätigt. Zum Thema hat das Institut zwei Aufsätze veröffentlicht: Einen – „Wenig Aktien, aber große Sor- gen“ – zu den Ergebnissen der Umfrage über Sorgen insbeson- dere in Bezug auf Geldanlage und Alter. Und einen – „German Angst“ – der diese Ergebnisse in einem weiteren gesellschaft- lichen Kontext interpretiert. Autor beider Artikel ist Marius Kleinheyer. Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass sich 76% der Anle- ger Sorge um die Zukunft machen, wobei ein Hauptgrund die finanzielle Lage im Alter ist. Aktien werden von 84% der Befrag- ten entweder mit Risiko oder mit Spekulation assoziiert, jedoch nur von 2% der Teilnehmer gedanklich mit Alterssicherung verbunden. Populäre bzw. präferierte Vermögensformen sind Gold und Bankeinlagen.

 

F. Fabozzi, S. Focardi, C. Jonas, CFA Institute

Das Ende des Value Investings?

Lutz Siebentag -

 

Zusammenfassung: Auch Value Investoren, so die Autoren, schlagen die Märkte auf die lange Frist nicht. Anlass für die Autoren, die Voraussetzungen und Faktoren des Value-Investings kritisch zu durchleuchten. 

 

Ernst & Young

EY wealth management outlook — 2018

Elmar Peine -

Vermögensverwaltung vom Aussterben bedroht?

 

Zusammenfassung: Der neue Ausblick von Ernst & Young zur näheren Zukunft des Wealth Managements kommt zu folgenden 5 Prognosen: Erstens werde das Vermögen der HNWI bis 2021 um 25% zunehmen. Zweitens bilde sich im Zuge der Digitalisierung ganzheitliche Vermögensverwaltung als neuer Erfolgstypus (unter 6 Kategorien) heraus, der bis 2025 einen Marktanteil von 30% erreichen werde. Drittens würde die Kategorie der traditionellen Vermögensverwalter vom Markt verschwinden. Viertens könnten jedoch traditionelle Vermögensverwalter mit offshore-Geschäftsmodell vermutlich besser überleben. Fünftens widerspiegelten die Dienstleistungen im Rahmen des Offshore-Business-Modells zunehmend jene im Rahmen des Onshore-Modells.    

 

Capgemini

Ten Trends in Wealth Management — 2018 Herausgeber:

Elmar Peine -

10 Trends der Vermögensverwaltung

 

Zusammenfassung: Capgemini identifiziert 10 Trends in vier Kategorien. Im Bereich „Neue Technologien“ werden drei Trends benannt: 1) Anwendung von Computern als „Kopfersatz“ (kognitive Computersysteme, Maschinenlernen, Künstlicher Intelligenz. 2) Anwendung von Computern als Handlungsersatz (Roboter). 3) Innovation als Schlüsselkonzept. Die zweite Kategorie „Kundenbedürfnisse“ fügt zwei weitere Trends hinzu: 4) „Marketplace“-Modelle für VW-Produkte; 5) Fokussierung auf erweiterte Handlungsmöglichkeiten und Ansprüche der Klienten. Die dritte Rubrik „Regelbefolgung und Sicherheit“  erhöht die Zahl der Trends gleichfalls um zwei: 6) Netzsicherheit bleibt wichtig, 7) und Kosten werden wegen komplexerer Regulierungen ansteigen. Die vierte Kategorie „Beratung“ steuert drei Trends bei: 8) Hybride Beratungslösungen werden dieses Gebiet neu spuren; 9) Erschließung bisher untererfasster Kundensegmente; 10) neue, individueller, flexibler und transparenter gestaltete Gebührenmodelle.

 

 

World Inequality Lab, World Wealth and Income database (WID.world)

World Inequality Report 2018

Elmar Peine -

Zusammenfassung: Die von Vertretern der akademischen Verteilungsforschung (u.a. Piketty) verfasste Studie ist mit 300 Seiten sehr dick geraten. Eine gekürzte Version mit 64 Seiten ist ebenfalls verfügbar. Die komplette Studie ist in Einleitung plus Zusammenfassung sowie in 5 Teile plus resümierendes Schlusskapitel differenziert. Teil 1 handelt vom WID.world-Projekt und erläutert Messverfahren und -probleme der Verteilung. Teil 2 stellt auf über 100 Seiten Trends der globalen Einkommensverteilung vor, wobei unter den 9 Ländern, die separat abgehandelt werden, auch Deutschland ist. Teil 3 traktiert auf 40 Seiten die weltweite Kapitalentwicklung. Teil 4 widmet sich auf 50 Seiten Trends der Vermögensverteilung weltweit. Der fünfte und letzte Teil der Studie diskutiert über 40 Seiten Zukunftsszenarien der Einkommens- und Vermögensentwicklung.

Link zur Langversion >>

Alvaredo F.; Garbinti, B.; Piketty, T.

Reichtum: geerbt oder selbergemacht?

Elmar Peine -

Studientitel: On the Share of Inheritance in Aggregate Wealth: Europe and the USA, 1900–2010

 

Zusammenfassung: Die Frage, welchen Anteil am Reichtum Erbschaft, welchen Eigenleistung ausmacht, ist – vor allem aus methodischen – Gründen umstritten. Einflussreiche ältere Schätzungen weichen mit Werten von 20 bis 80 Prozent, den Erbschaftsanteil betreffend, stark voneinander ab. Bei solchen Streuungen wäre dann besser zu sagen: man weiß es kaum. Die Autoren wollen mit ihrer neuen Studie diese Unsicherheiten verringern, indem sie historische Daten aus Frankreich, Deutschland, UK sowie den USA nutzen. Das Ergebnis ist, dass in Europa um 1900 der Erbschaftsanteil bei über 70% (mittlerer Wert) lag, dass er dann 1910 bis 1980 stark zurückgegangen ist auf unter 40%, um danach wieder anzusteigen auf etwa 60% im Jahr 2010. In den USA setzte diese U-Form erst 1930 ein (65%), auch hier ging dann die Erbschafts-Rate 1980 bis -90 auf rund 50% zurück, um bis 2010 wieder auf etwa 60% anzusteigen.

 

Div. Studien

Ist strategische Asset Allokation weniger wichtig?

Lutz Siebentag -

Die strategische Asset Allokation, also die grundsätzliche Wahl der Anlageklassen, entscheidet über die Rendite, die Investoren erwarten dürfen. Alle anderen Managementleistungen, Timing, Stockpicking etc. sind dagegen mehr oder minder bedeutungslos. Dieses Mantra der modernen Vermögensverwaltung kommt ins Wanken.  

Bouchard / Challet

Lernen unmöglich

Lutz Siebentag -

Lernten Anleger in den vergangenen 200 Jahren bei der Aktienbewertung? Nein, sagen zwei Wissenschaftler.

Roland Berger

Zweiklassengesellschaft

Lutz Siebentag -

Eine Studie der Unternehmensberatung über den Schweizer Private Banking Markt unter besonderer Berücksichtigung der Unternehmensgrößen

Allianz

Drei Zinsszenarien

Lutz Siebentag -

Ausgehend von der Analyse der Bestimmungsfaktoren langfristiger Zinsen analysieren die Autoren drei Zinsszenarien in Europa für die nächsten zehn Jahre.  

Uni Frankfurt

Lernen möglich

Elmar Peine -

Lernen Anleger aus ihren Fehlern? Zum Teil, sagen Wissenschaftler der Uni Frankfurt.

Swiss Sustainable Finance

Nachhaltige Geldanlage

Lutz Siebentag -

Gute Gründe für Schweizer Vermögensverwalter, ihren Kunden nachhaltige Investmentmöglichkeiten zu bieten. 

Unis Zürich und Nijmengen

Überoptimismus

Lutz Siebentag -

Die Autoren zeigen die Ergebnisse von verhaltenswissenschaftlichen Studien, z.B., wie Anleger mit Verlusten in den Überoptimismus abgleiten.  

Boston Consulting Group

Vermögen 2017

Lutz Siebentag -

Die 17.Studie zum globalen Vermögen und der Transformation der Vermögensverwaltung. 

Brooke Harrington, Philipp Korom, Jens Beckert und Mark Lutter

Vermögen und Vermögende

Lutz Siebentag -

Zwei Studien die die genese großer Vermögen im Wandel der Zeit sowie den Habitus von Vermögenden untersuchen. Zusammengenommen ergeben sich eine Reihe interessanter Ergebnisse.   

Gallagher u.a.

Erfolgreiche aktive Manager

Lutz Siebentag -

Die Autoren untersuchen die Performance von 143 globalen Aktienfonds im Zeitraum zwischen 2002 und 2012. Das Ergebnis lautet, dass der durchschnittliche aktive Manager die Benchmark um 1,2% bis 1,4% pro Jahr vor Gebühren schlagen konnte.

Das neue Buch zur Vermögensverwaltung für UHNW

Brooke Harrington: Capital without Borders

Lutz Siebentag -

 

Forschern gilt die Welt der Ultravermögenden traditionell als schwer zugänglich. In wissenschaftlichen Publikationen waren die sehr Vermögenden lange allenfalls in Fußnoten präsent. Das hat sich in letzter Zeit ein wenig geändert. Wir berichteten darüber bereits im Titel unserer ersten Ausgabe im Jahr 2011. Unter der Überschrift „Wie Vermögende gescannt werden“ besprachen wir damals Neuerscheinungen der akademischen Vermögensforschung. Am Ende des Überblicks schrieben wir: „Wie Familiendynastien, auch in Deutschland, in weniger steuerparadiesischen Zeiten ihr Vermögen im globalen Anlageraum entwicklungsgünstig manövrieren lassen, erforscht gerade Brooke Harrington .... Die Studie ist noch nicht abgeschlossen. Wenn es so weit ist, werden wir darüber berichten.“ Nun ist es so weit – und wir halten Wort, indem wir das im September 2016 erschienene Buch „Capital without Borders“ von Harrington zum Wealth Management für UHNWI vorstellen.

 

Report über die globale Vermögensentwicklung

Allianz: Global Wealth Report 2016

Elmar Peine -

HERAUSGEBER: Allianz

ZUSAMMENFASSUNG: Allianz hat mit der siebten Ausgabe des „Allianz Global Wealth Reports“ auch dieses Jahr wieder eine umfassende, sich über 127 Seiten erstreckende Analyse der globalen Vermögenssituation der privaten Haushalte vorgelegt.  An dieser Stelle wollen wir der Kürze halber zur Orientierung  nur die Überschriften der einzelnen Kapitel gemäß Inhaltsver- zeichnis anführen, weil dies den besten Überblick ermöglicht: S.8 Zusammenfassung. S13 Entwicklung des globalen Geldvermögens: Geldpolitik verliert ihre Wirkung. S26 Box: Negative  Zinsen, keine Inflation und ängstliche Sparer im Euroraum.  S29 Box: Entwicklung der globalen Verbindlichkeiten: Schuldenwachstum stabil auf moderatem Niveau. S39 Vermögensverteilung paradox: „inklusive Ungleichheit“.  S44 Box: Vermögensverteilung im Euroraum – die Mitte wächst. S53 Regionale  Unterschiede: Das Geldvermögen in den einzelnen Regionen: S54 Lateinamerika, S64 Nordamerika, S72 Westeuropa, S82 Osteuropa, S92 Asien, S108 Australien und Neuseeland.

 

LINK ZUR LANGVERSION DES REPORTS:

 „Allianz Global Wealth Report 2016“

 

Zugleich stellt Allianz eine „Weltkarte der Vermögen“ zur Verfügung, in der jedes erfasste Land gesondert angeklickt werden  kann:

Link >>

 

 

Studie: Armes aktienfreies Deutschland

Allianz: Renditevergleich Deutschland Europa

Elmar Peine -

RENDITE IN DEUTSCHLAND UND EUROPA

AUTOREN:  Kathrin Brandmeir und Arne Holzhausen, Allianz

ZUSAMMENFASSUNG: Die Autoren schreiben in ihrer Einleitung:

„Bereits im Dezember 2015 hatten wir an dieser Stelle die Renditen der Geldvermögen der privaten Haushalte in verschiedenen  Euroländern untersucht, damals für den Zeitraum 2010 bis einschließlich 2014. Die Ergebnisse waren, zumindest für die deutschen Sparer, ernüchternd: Zusammen mit den Österreichern  bildeten sie das Schlusslicht, in beiden Ländern lagen die nominalen Vermögensrenditen unter 3 %; selbst Eurokrisenländer  wie Spanien oder Portugal erzielten deutlich höhere Renditen  um die 5 %. Über die Gründe muss nicht lange gerätselt werden:  Als entscheidend für die Höhe der Vermögensrendite erwies  sich die Vermögensklasse der Wertpapiere (Aktien, Anleihen und Investmentfonds), d.h. das Ausmaß von Kurssteigerungen machte den Renditeunterschied. Gerade diese Vermögensklasse spielt in den Portfolien der deutschen Haushalte jedoch noch immer eine untergeordnete Rolle. Dank hoher Sparleistungen konnten sie aber dennoch ein ordentliches Vermögenswachstum erzielen; mit jährlich knapp 4 % in diesem Zeitraum lag es  zum Beispiel deutlich über dem der Eurokrisenländer. Mittlerweile liegen auch die Zahlen zum Geldvermögen für 2015 vor.  Auf dieser Basis haben wir daher unsere Berechnungen aktualisiert, um die damaligen Ergebnisse zu überprüfen. ...  Ein Ergebnis der Untersuchung kann hier bereits vorweggenommen werden: An den früheren Unterschieden in den Vermögensrenditen hat sich wenig geändert, die deutschen Sparer bleiben  weiterhin hinter der Mehrzahl der anderen Euroländer zurück.“

 

LINK ZUR STUDIE:

„Die Rendite der privaten Geldvermögen – Deutschland im internationalen Vergleich“

Studie zur Erbschaftssteuerreform

Max-Planck Gesellschaft: ERBSCHAFT UND VERMÖGENSAKKUMULATION

Elmar Peine -

ERBSCHAFT UND VERMÖGENSAKKUMULATION

AUTOR: Philipp Korom, Max-Planck-Gesellschaft für Gesellschaftsforschung

 

ZUSAMMENFASSUNG:

Die Studie untersucht im internationalen  Vergleich (11 europäische Länder) die Bedeutung von Erbschaft  für die Vermögensbildung. Dabei zeigt sich, dass Erben-Haushalte bei gleichen Bedingungen über erheblich mehr Vermögen verfügen als Haushalte ohne Erbe. Die dabei festgestellten Vermögensunterschiede variieren in Abhängigkeit vom  Nettovermögen. Zudem sind Vermögenstransfers ein wichtigerer Faktor des Vermögensaufbaus als höhere Einkommen.  Demnach scheinen Vermögenstransfers eine Schlüsselrolle für das finanzielle Wohlergehen von Haushalten zu spielen.

 

LINK ZUR STUDIE:

“Inherited Advantage. The Importance of Inheritance for Private Wealth Accumulation in Europe”

Studie zur Erbschaftssteuer

Max Planck Gesellschaft: Erbschaft im moralischen Spiegel der Öffentlichkeit

Lutz Siebentag -

 

AUTOREN: Jens Beckert und H. Lukas R. Arndt, Max-Planck-Gesellschaft

für Gesellschaftsforschung

ZUSAMMENFASSUNG:

Beckert und Arndt untersuchen in ihrem Papier, wie Gegner und Befürworter der Erbschaftssteuer ihre jeweilige Position begründen. Datengrundlage sind die OnlineKommentare, die zu zwei Interviews zum Thema abgegeben  wurden. Die Wissenschaftler werteten 3.573 Argumente inhaltsanalytisch aus.

LINK ZUR STUDIE: 

Unverdientes Vermögen oder illegitimer Eingriff in das Eigentumsrecht? Der öffentliche Diskurs um die Erbschaftssteuer in Deutschland und Österreich.

Studie über Wett-Erfolg

Long Rock Capital: Mit Pferdewetten diversifizieren

Elmar Peine -

AUF NACH HOPPEGARTEN!

AUTOREN: Lovjit Thukral und Pedro Vergel Eleuterio, Long Rock

Capital

ZUSAMMENFASSUNG: Der die Studien kompilierende Redakteur von Private Banker, Berlin, ringt noch mit sich, ob der überschwängliche Lokalpatriotismus der Überschrift das Richtige war  oder ob nicht “Auf nach Ascot” besser gewesen wäre. Denn das  berühmte Hippodrom zu Ascot liegt in der Grafschaft Berkshire, was in Finanzkreisen unweigerlich die Assoziationskette  Berkshire (Hathaway) und „Investment-Erfolg“ auslöst – auch  wenn beide Berkshires nichts miteinander zu tun haben. Nichts  miteinander zu tun? Dem würden Lovjit Thukral und Pedro Vergel Eleuterio mit Blick auf „Investment-Erfolg“ entschieden  widersprechen. Denn sie weisen in einer neuen Studie nach, dass man mithilfe einer simplen Wettstrategie bei UK-Pferderennen zwischen 2010 und 2016 den Credit-Suisse-Hedge-Fund-Index und den S&P-500-Total-Returns schlagen konnte. Die Wetterträge waren dabei mit den Märkten nicht korreliert. Die Autoren glauben deshalb, dass sich Sportwetten als Alternative  Investments eignen, um unkorrelierte Mehrerträge zu realisieren. Kaum etwas anderes möchte das Orakel von Omaha von  Berkshire Hathaway Inc. sehen. Welche Pferdewett-Strategie aber  bei den Rennen in Berkshire und anderswo den Erfolg erbrachte,  muss der Interessierte in der Studie schon selber nachlesen.

LINK ZUR STUDIE:

“Sports Betting As a New Asset Class: Can a Sports Trader Beat Hedge Fund Managers from 2010-2016?”

Studie zur Timing-Analyse

Universität Augsburg: Stock Picking: Verkaufen möchte gekonnt sein

Elmar Peine -

AUTOREN: Martin RohleUniversität Augsburg: Stock Picking: Verkaufen möchte gekonnt seinder et al., Universität Augsburg

KURZZUSAMMENFASSUNG: Die Wissenschaftler stellen einen neuen Ansatz vor, der es ermöglichen soll, den Effekt des Stock Pickings besser zu erfassen als bisher. Zu diesem Zweck konstruieren sie zunächst eine Trade Motivation Matrix (TMM), die es erlaubt, zwischen bewertungsmotivierten (VM) und liquditätsmotivierten (LM) Transaktionen zu unterscheiden.

Auf dieser Basis können sie die Effekte des Stock Pickings schärfer erfassen; sie tun dies in Bezug auf drei Ebenen: Transaktion, Aktie, Fonds. Die Untersuchung zeigt unter anderem, dass VM-Transaktionen die Performance eines Portfolios verbessern, nicht aber LM-Trades. Zudem tragen zwar VM-Käufe zur Outperformance bei, VM-Verkäufe jedoch zu Underperformance. Dabei sind VM-Transaktionen erfolgreicher in Zeiten illiquider bzw. in ihrer Effizienz stark eingeschränkter Märkte. In diesen Phasen tun sich dann Chancen für Manager mit Stock-Picking-Fertigkeit auf. Zudem hat die Kunst, „richtig“ zu verkaufen, einen stärkeren Effekt auf die Fondsperformance als Pickingqualitäten beim Kaufen. Im Hinblick auf Aktien zeigt sich, dass Fondsmanager mit VM-Trades am stärksten auf size- und value-Prämien abzielen, während die erzwungenen LM-Trades häufig Momentum Strategie verfolgen, indem sehr liquide Aktien verkauft werden. Die Studie präsentiert weitere Ergebnisse des TMM-Ansatzes etwa auch in Bezug auf unterschiedliche Fondscharakteristika

LINK ZUR STUDIE: Mutual fund stock picking skill: New evidence from valuation- versus liquidity-motivated trading

 

Der globale Report

Boston Consulting Group: Asset Management 2016

Elmar Peine -

ZUSAMMENFASSUNG: Auch die 17. Ausgabe des jährlichen BCG-Reports zur Lage des Wealth Managements weltweit kommt nicht darum herum, die immer größere Datenwolke, und wie man ihr die relevanten Informationen entzieht, ganz oben auf die Agenda zu setzen. Dabei erzielte Vorsprünge seien auch im Wealth Management immer entscheidendere Wettbewerbsvorteile. Die Botschaft lautet – wenn wir sie in eine ältere revolutionäre Sprachform gießen wollen: Die digitalen Produktivkräfte sprengen auch hier die herkömmlichen Produktionsverhältnisse. Entweder nutzen Vermögensverwalter die avancierten digitalen Werkzeuge zu Ihrem Vorteil und reorganisieren sich zu diesem Zweck oder sie werden zunehmend irrelevant. „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, im BCG-Report dann in Gestalt des dritten Kapitels, das aufzeigt, welche Herausforderung die ideale Vermögensverwaltung der Zukunft wie bewältigt. Die Kapitel in der Reihenfolge: 1. Momentaufnahme der Branche; 2. Herausforderung Risikomanagement; 3. Integration avancierter Informationsverarbeitung in das Geschäftsmodell.

LINK ZUR STUDIE: „Global Asset Management 2016. Doubling down the data“

Studie: Der schwarze Montag und seine Folgen

Bundesbank: Trends im Handelsverhalten

Elmar Peine -

ZUSAMMENFASSUNG: Jeong-Ryeol Kurz-Kim untersucht in einem soeben veröffentlichten Arbeitspapier der Bundesbank die langfristige Veränderung (seit 1959) des Handelsverhaltens auf den Aktienmärkten im Hinblick auf systematischen Handel in Gestalt von „Momentum“- und „Contrarian“-Strategie am Beispiel von DAX und Dow Jones. Dabei kann der Schwarze Montag als Angelpunkt einer Veränderung des Handelsverhaltens betrachtet werden. Denn vor dem Schwarzen Montag war die Momentum-Strategie dominanter. Nach dem Schwarzen Montag war die Neigung zur Contrarian-Strategie stärker. KurzKim interpretiert die Momentum-Strategie als Ausdruck des (sich dann partiell selbsterfüllenden) Glaubens, Aktien-Erträge seien von Fundamentaldaten abhängig und daher in Grenzen besser voraussagbar als die akademische Theorie erlaubt. Nach dem Schwarzen Montag habe dieser koordinierende PrognoseGlaube stark gelitten. Dies habe den Glauben an die Unsicherheit der Märkte erhöht und darüber dann auch die ContrarianStrategie gestärkt: denn Gewinne gestern können Verluste morgen bedeuten, wobei dann auch hier die Tendenz besteht, dass sich entsprechende Erwartungen selber erfüllen. Damit hätte sich der Schwarze Montag in der Tat schockhaft in das Langzeitgedächtnis der Händler eingetragen, etwas, das man heute landläufig als Trauma bezeichnet. Kurz-Kim sieht jedoch hier auch einen kontinuierlichen Trend am Werk: Vermutlich noch mehr habe die Liberalisierung und Globalisierung der Finanzmärkte zu größerer Unsicherheit und höherer Volatilität beigetragen. Also auch hier gilt wie im sonstigen Leben: mit dem Trauma nicht übertreiben!

LINK ZUR STUDIE: „Black Monday, globalization and trading behavior of stock investors”

Studie zum Entwicklungsstand

PWC: Fintechs

Lutz Siebentag -

ZUSAMMENFASSUNG: Der PwC-Report analysiert die Entwicklung des Fintech-Sektors unter Berücksichtigung der neuesten technischen Trends auf der Basis der Befragung von 544 Führungskräften der Finanzbranche in 46 Ländern. Zudem wird auf Daten der eigenen DeNovo-Plattform zurückgegriffen. Dabei wird zunächst die These einer grundlegenden und schnellen Umstrukturierung der Branche durch Fintechs vertreten. Die Antwort der Finanzdienstleister darauf könne aber nicht darin bestehen, weiterhin die Wertschöpfungsketten und Kundenkontakte im Sinne herkömmlicher Geschäftsmodelle linear und möglichst vollständig kontrollieren zu wollen. Vielmehr plädiert die Studie für ein klientenzentriertes „Ökosystem“, innerhalb dessen Finanzdienstleister ihre spezifischen Vorteile und Kompetenzen adaptiv aufrechterhalten könnten, indem sie die strategisch wichtigen Faktoren kontrollieren.

LINK ZUR STUDIE: „Blurred lines: How fintech is shaping financial services.”

Studie zur Risikoanalyse

Uni Zürich: Detail-Modell

Elmar Peine -

ZUSAMMENFASSUNG: Finanzwissenschaftler der Universität Zürich haben gewissermaßen die Welt der Risikofaktoren beim Investieren auf Grundlage öffentlicher, aber dennoch zuverlässiger Daten neu vermessen. Sie tragen hiermit dazu bei, eine Lücke im Hinblick auf Datenverfügbarkeit und -qualität beim Factor Investing zu schließen. Die Wissenschaftler demonstrieren, dass auf Basis von Thomson Reuters Datastream und Thomson Reuters Worldscope eine Datenmenge zusammengestellt werden kann, aus der sich für 23 Länder ein trennscharf arbeitendes faktoranalytisches Modell ableiten lässt, das Value-, Size- und Momentum-Faktor beinhaltet. Wie sie dabei vorgegangen sind, zeigen die Forscher in ihrer über 80 Seiten dicken Studie genauer, auch um die Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten und anderen Interessenten gegebenenfalls die Möglichkeit zu geben, darauf aufbauend abweichende Lösungen zu suchen. Die Wissenschaftler können darüber hinaus als Anwendungsfall ihres Modells in verschiedenen Ländern stark ausgeprägte Size-Faktorprämien nachweisen. Allerdings seien diese wegen zu geringer Handelsvolumina wohl nicht realisierbar.

LINK ZUR STUDIE: „On the construction of common size, value and momentum factors in international stock markets: A guide with applications”

Report: Top Einflussfaktoren

Ernest & Young: 10 Treiber für das Wealth Management

Elmar Peine -

ZUSAMMENFASSUNG: Die Studie beansprucht die 10 einflussreichsten Veränderungsfaktoren im Wealth Management in stürmischen Zeiten identifiziert zu haben. Pro Treiber werden nach einer kurzen Bestandsaufanahme Verhaltensempfehlungen – die sich insbesondere auf längerfristige Strategien beziehen – für Vermögensverwalter abgeleitet, die es ihnen ermöglichen sollen, in der weltweiten Konkurrenz (besser) bestehen zu können. Die zehn Treiber sind, unübersetzt:

1) FinTech and innovation;

2) Cybersecurity;

3) Liquidity risk;

4) Conduct risk;

5) Long-term conviction vs. short-term action;

6) Investments with purpose;

7) Focus on client experience;

8) Simplifying the proposition;

9) Technology;

10) Complexity of global tax reporting.

LINK ZUR STUDIE: „The top 10 drivers impacting global wealth and asset management”

IT und Asset Management

Capgemini: Vermögensverwaltung in Wolke Sieben

Elmar Peine -

Der Report widmet sich den Herausforderungen, vor denen Vermögensverwalter im Hinblick auf die digitale Technologie stehen und zeigt Wege in die Zukunft auf. Ausgangspunkt ist die wenig befriedigende Bestandsaufnahme, dass fast 50 Prozent der befragten Wealth Manager unzufrieden mit den digitalen Systemen sind, die ihnen von ihren Häusern zur Verfügung gestellt werden. Eine Möglichkeit, hier eine grundlegende und zugleich auch kostengünstige Verbesserung zu erzielen, seien cloud-basierte Plattformen. Der Report handelt denn auch schwerpunktmäßig von den Voraussetzungen, den Vorteilen und den Perspektiven des „Cloud Computings“ für Vermögensverwaltungen.

LINK ZUR STUDIE „Wealth management in the digital age“

Befragung

Ernest & Young: König Mandant

Redaktion -

ZUSAMMENFASSUNG: Die Studie beruht auf einer Befragung von 60 Vermögensverwaltern und 2000 Kunden weltweit. Die leitende Frage des Surveys ist: wie Mandanten akquirieren und an sich binden? Der Studie zufolge sind aus Kundenperspektive drei Dimensionen im Verhältnis zu den Vermögensverwaltern wesentlich: Performance, Engagement und Vertrauen. Nicht immer treffen die Vermögensverwalter in ihrer Praxis die Bedürfnisse der Kunden. Das gilt weltweit besonders für drei Teilbereiche der genannten Dimensionen: Erstens für die Transparenz in Bezug auf Performance und Gebühren, die als Top-Treiber des Kunden-Vertrauens identifiziert wird. Zweitens für die Frage „digitale vs. face-to-face Kommunikation“, wobei der digitale Kanal von Kunden für Beratung und Informationsgewinnung häufig stärker präferiert wird als von den Verwaltern. Drittens zweifeln immer mehr Kunden herkömmliche Beraterrollen an. Die Frage stellt sich dann für Vermögensverwalter: wie darauf reagieren und warum gerade jetzt? Antworten darauf gibt die online zugängliche Studie.

LINK ZUR STUDIE

Über den Nutzen der Mathematik

Gespräch: Mathematischer (Un-) Sinn

Gastautor -

Ein Gespräch zwischen Hannes leitgeb, Professor an der LMU München und Alexander Raviol, Head of alternative Solutions bei Lupus Alpha, über die Anwendbarkeit der Mathematik in der Finanzwirtschaft.  Der Text erschien zuerst im leitwolf-Magazin. Das Gespräch führte Susanne Bordes. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung der Lupus alpha Asset Management AG.

Eine Studie über die Unterschiede von Private-Banking-Kunden

Uni-Linz: Ticken Deutsche anders als Schweizer und Österreicher?

Elmar Peine -

Ein Team der Uni Linz unter Leitung von Prof. 

Eine Forschungsgruppe um Dr. Teodoro D. Cocca, Institut für betriebliche Finanzwirtschaft, Johannes Kepler Universität Linz, hat das Anlageverhalten von 369 Wohlhabenden mit einem freien Vermögen von mehr als 500.000 Euro untersucht. Ein Fazit: Die Deutschen holen mit Alternativen Anlagen die höchsten Rendite.

Ein Überblick über globale Anlegereinstellungen

CFA-Institute: Was Anleger wollen

Elmar Peine -

Der Survey widmet sich verschiedenen Aspekten der Anlegereinstellung. Fünf Aspekte wurden hauptsächlich untersucht: a) Vertrauensbildung auch jenseits der Performance, b) Loyalität von Privatanlegern und c) Transparenz als Schlüssel dazu, d) Vertrauen von Institutionellen Investoren in Kapitalmärkte und e) deren Verhältnis zu Ethik und Ertrag. Ein Ergebnis: Offenbar haben die Anleger in den meisten befragten Ländern „Vertrauen“ in die Finanzbranche – nur in Deutschland und Großbritannien nicht.

ZUR STUDIE: „From Trust to Loyalty: What Investors want

Value und Bilanzkennzahlen

Berkeley: Untaugliche Wertmesser

Elmar Peine -

Alle ökonomischen Werttheorien stehen vor dem Problem, einen „wahren Wert“ in Abgrenzung gegen den „äußerlichen“ Preis zu bestimmen und so Sein und Schein zu unterscheiden. Beim Value Investing hat es sich vielfach durchgesetzt, den „inneren“ Wert durch simple Finanzkennzahlen zu repräsentieren, die dann ins Verhältnis zu den Preisen gesetzt werden, um Unter- oder Überbewertung zu identifizieren. Nach der Studie spricht wenig Empirie dafür, dass sich damit überlegene Performance vorhersagen lässt. Vielmehr würden mithilfe dieser Quotienten eher Firmen mit aufgeblähten Bilanzzahlen identifiziert, die damit dem gleichen Verdikt des Scheins unterliegen wie verzerrende Preise. Nach Ansicht der Autoren muss die Bestimmung des intrinsischen Werts von Unternehmen die Warnung von Graham und Dodd vor quantitativer Vereinfachung aufnehmen und – wie es die Pioniere empfahlen – sowohl verschiedene quantitative wie auch qualitative Faktoren berücksichtigen.

ZUR STUDIE: „Facts about Formulaic Value Investing

Musikgenuss und Investitionsverhalten

Uni Hannover: Momentum adagio

Elmar Peine -

Die Studie beansprucht, neue Erkenntnisse zum Verhältnis von Musik – Stimmung – und Investitionsverhalten beizutragen. Es wurden Daten zu Downloads bei iTunes und zu 54.000 Investoren verwendet. Das Ergebnis: Je besser die über die Musik indizierte Stimmung, umso geringer war die Handelsaktivität. Aber bei denen, die handelten, war die Neigung, zu kaufen, größer als die, zu verkaufen; zugleich nahm die Bereitschaft zu, mehr ins Risiko zu gehen. Der Anstieg der Kaufbereitschaft war bei Frauen, Älteren und weniger finanzkompetenten Investoren am ausgeprägtesten. Die Ergebnisse stehen mit anderen Studien zum Verhältnis von Stimmung und Verhalten im Einklang..

ZUR STUDIE: „Listen to the Music – The Impact of Music on Individual Investors”>>

Stand der FinTech-Revolution in der Schweiz

Ernest & Young: CH-Fintech-Hub

Elmar Peine -

Der Report zeigt, dass die Schweiz trotz der Umbrüche der letzten Jahre weiterhin auf ihre Tradition als Finanzzentrum und die damit verbundene Stabilität setzen kann. Um aber weiterhin ganz oben mitzuspielen, müsse die Schweiz auch im Fin-Tech-Bereich ganz vorne sein. Der Report untersucht, inwieweit in der Schweiz die Bedingungen hierfür gegeben sind. Themen sind u.a.: Die Aktivitäten Schweizer Fin-Tech-Startups; das Vorhandensein und die Nutzung der Schweizer Ressourcen im Hinblick auf Wissensbasis und Innovationskraft; die in der Zukunft erforderlichen Anstrengungen, um die Potentiale weiter auszubauen und zu nutzen.

ZUR STUDIE: „Swiss FinTech Report 2016“