Fonds-Kolumne

Steigendes Interesse für Boutiquenfonds

Kolumnist -
Sven Hoppenhöft

Sowohl institutionelle Investoren, also z.B. Family Offices und Dachfondsmanager aber auch private Anleger suchen gerade im Niedrigzinsumfeld, in dem eine BUY and HOLD Strategie mit sehr sicheren Staatsanleihen nicht mehr möglich ist, nach attraktiven Anlagemöglichkeiten. Derzeit liegen bereits mehr als 2,5 Billionen Euro quasi ungenutzt auf Giro- und Festgeldkonten. Sie werden oftmals bereits monatlich mit Minuszinsen belastet.

Hier sollten Unabhängige Assetmanager eigentlich automatisch als Problemlöser ins Spiel kommen, schließlich realisieren sie derzeit (Stand 30.06.2020) in 992 sogenannten Boutiquenfonds erfolgreiche Anlagestrategien, die sich deutlich von den Mainstreamprodukten der großen Anbieter unterscheiden.

Diese Fonds weisen meist markante Alleinstellungsmerkmale auf, die auf dem speziellen Knowhow des Fondsmanagers beruhen. Vielfach handelt es sich um Quereinsteiger, die mit Hilfe ihrer besonderen Branchenkenntnisse innovative, sehr erfolgreiche und eher benchmarkferne Konzepte entwickelt und umgesetzt haben. Einige davon passen quasi in jedes Anlegerdepot.

Dennoch haben die Boutiquenfonds von unabhängigen Assetmanagern derzeit in Deutschland lediglich einen Marktanteil von 11,2% (per Ende 03/2020).

Der Grund dafür ist einfach zu erkennen, aber das Grundproblem nicht so leicht zu lösen: Den Boutiquen fehlen schlicht der Bekanntheitsgrad und die - nicht nur finanziellen - Mittel, ihn mit großen Marketingkampagnen deutlich zu steigern.

Seit April 2019 ist die Pro BoutiquenFonds GmbH (PBF) angetreten, hier zu unterstützen und neue Impulse zu geben. Die Gesellschaft ist neu am Markt, aber die drei Geschäftsführer Frank Eichelmann, Michael Gillessen und Sven Hoppenhöft sind erfahrene Spezialisten, die über viele Jahre in Banken Boutiquen begleitet haben. Sie haben sich selbständig gemacht, um aus der unabhängigen Position heraus Fondsboutiquen noch effektiver unterstützen zu können.

Regelmäßig mehr Transparenz

Das Ziel, mehr Transparenz in den Boutiquen-Markt zu bringen, wird mit verschiedenen Maßnahmen und Publikationen verfolgt:

  • Mit dem Newsletter ‚BoutiquenFonds informiert die PBF alle boutiquen-affinen Anleger über ausgewählte Anlagekonzepte und die dazugehörige Fondsstory.
  • Interessierte finden darüber hinaus auf der Plattform boutiquenfonds.de Hintergrundinformationen unter anderem zu den Fondsboutiquen, den handelnden Personen und den Vorteilen, die Boutiquenfonds gegenüber anderen Produkten haben.
  • ‚Was ist eigentlich ein Boutiquenfonds?‘ lautet der Titel eines Erklärvideos, mit dem die Vorteile von Boutiquenfonds einem breiten Anlegerkreis erläutert werden.
  • Mit dem Marktüberblick ‚BoutiquenFonds Radar‘ publiziert das in Frankfurt ansässige Beratungshaus darüber hinaus einmal pro Quartal die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten rund um den Boutiquenmarkt. Hierzu gehören zum Beispiel Auswertungen zu den größten Boutiquenfonds, den größten Volumensgewinnern, den neu aufgelegten Fonds, den abgebildeten Assetklassen und vielem mehr – alles aus der eigenen PBF-Datenbank.

Der Marktüberblick geht allen Empfängern des Newsletters automatisch per email zu.

                    

Aktueller Marktüberblick BoutiquenFonds Radar

Die wichtigsten Erkenntnisse der ersten 6 Monate 2020 in Kurzform:

  • Gesamtvolumen der Boutiquenfonds erholt sich im 2. Quartal deutlich um 14,2 Mrd EUR auf 113,5 Mrd EUR
  • Darin enthalten: starke Mittelzuflüsse in Höhe von 4,4 Mrd EUR im ersten Halbjahr 2020
  • Flossbach von Storch weiter dominant vertreten in der Top 10 Liste der Fonds
  • Fonds, die gut durch das 1. Quartal kamen, sind bei den Anlegern gefragt
  • Investoren kehren zu den Aktienfonds zurück, Sektoransätze favorisiert
  • Unverändert dynamisches Wachstum bei Mischfonds, der Domäne der Boutiquen
  • Fondsneuauflage-Tätigkeit belebt sich

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