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3. Woche: Private Banker Trades

Elmar Peine -

Im wöchentlichen Newsletter von firstfive über die Handelsaktivitäten von Vermögensverwaltern heißt es:

Die Käufe in der Berichtswoche im Wert von 5,74 Mio. Euro sind größtenteils auf Investitionen in Anleihen zurückzuführen, die sich auf 5,03 Mio. Euro summierten, das sind rund 88% der Käufe.

In Aktien wurde im Wert von lediglich 0,08 Mio. Euro investiert, Fonds kamen auf 0,60 Mio. Euro und Derivate auf 0,02 Mio. Euro.

Damit war in der 3. Woche des Jahres die Dominanz der Renteninvestments gegenüber den anderen Produktklassen noch ausgeprägter als bereits in der 2. Woche, in der Anleihen 73% des Kaufvolumens trugen.

Im Ranking der absoluten Käufe sind von den Top Ten sieben Staatsanleihen, davon vier von Italien und je eine von Portugal, Spanien und der Türkei. Von den drei Unternehmensanleihen sind zwei von der staatlichen mexikanischen Ölgesellschaft Pemex, und eine ist von der Deutschen Bank.

Im Folgenden geben wir zunächst kurz die Renditen der vier Italienanleihen unter den first five im absoluten Ranking in Prozent an sowie die Renditespreads relativ zu Bundesanleihen. Die Daten stammen von der Börse Stuttgart.

Die erstplatzierte Italienanleihe rentiert aktuell mit 1,02 und der Renditespread liegt bei 1,57; bei der bis 2025 laufenden Anleihe beträgt die Rendite 2,67, der Spread 2,28; die Rendite des drittplatzierten Italienpapiers wird mit 1,51 angegeben, der Spread mit 1,95. Die fünftplatzierte, bis 2021 laufende Anleihe rentiert mit 0,55, der Spread beträgt 1,19.

Italienische Anleihen verharrten nach den kräftigen Renditeanstiegen im Zuge der politischen Turbulenzen im Mai auf deutlich höherem Niveau, das dann im Herbst im Kontext der Haushaltplanungen der Regierung und des Konflikts mit der europäischen Kommission weiter nach oben kletterte. Dementsprechend vergrößerten sich die Renditeabstände zu deutschen Staatsanleihen.

Seit Ende Oktober 2018 sind aber die Renditen italienischer Staatsanleihen wieder am Sinken: Rentierten etwa 4-jährige Staatsanleihen Italiens im Oktober noch bei bis zu 2,97%, dann sind sie zwischenzeitlich wieder auf 1,33% gefallen. Viele Beobachter sahen insbesondere bei den im Herbst relativ billigen italienischen Papieren mit Investment-Grade-Rating eine „attraktive Anlagemöglichkeit“. Begründet wurde dies vielfach mit weit weniger dramatischen Interpretationen des Dauer-Konflikts „Rom vs. Brüssel“ als die in den schnell hyperventilierenden Medien mehrheitlich verbreiteten.

Da nun die Nerven-Natur der Märkte nicht so arg viel anders ist als die der Medien, können Anleger, die sich von aktuellen Stimmungen nicht leicht anstecken lassen, sondern ihren Verstand kühl halten, von erhitzten Situationen, die sich auch an den Märkten niederschlagen, durchaus profitieren.

Nun zu etwas anderem. Ob ein sogenanntes „Rauschmittel“ als moralisch verwerflich gilt oder man ihm gegenüber indifferent ist oder ob sein Genuss normativ gefordert wird, ist sehr variabel, weil abhängig von den Sitten und Gebräuchen einer Zeit an einem bestimmten Ort.

Orte und Zeiten können sich bekanntlich ändern. Das sieht man gerade beim Cannabis. Kalifornien ist der innovative Triebkopf des Weltsystems, der Ort, dessen Kreationen zeitversetzt die mit Abstand meisten Nachahmer finden. Deshalb ist der Umstand, dass seit Anfang des Jahres der Verkauf von Marihuana ohne medizinische Indikation in Kalifornien legal ist, anders einzuordnen, als wenn dies in irgendeiner anderen Region der Welt geschehen wäre.

Mike Tyson, der legendäre Boxchampion, soll deshalb bereits eine Cannabis-Farm eröffnet haben, die „Tyson Ranch“. Auch die im relativen Ranking viertplatzierte Lonza Group AG partizipiert am erwarteten Boom. Lonza hat Medienberichten zufolge schon im Dezember mit der kanadischen Neptune Wellness Solutions (NWS) eine Lizenz- und Verkaufsvereinbarung über die Licaps-Technologie getroffen. Dabei geht es laut Medienberichten um flüssige Hartschalenkapseln für Cannabisöl.

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