Persephone-Gastbeitrag

Quantitative auf dem Vormarsch

Gastautor -
Gregor Povh

 

Mit erhobenen Augenbrauen habe ich gelesen, dass fünf der weltweit sechs größten Hedgefonds das Kapital ihrer Anleger ausschließlich mit quantitativen, rechnergestützten Methoden verwalten. 40% des gesamten in Hedgefonds investierten Kapitals wird heute von Algorithmen verwaltet. Auch Institutionelle Anleger in Europa und Deutschland zeigen sich zunehmend offen für quantitative Anlagestrategien.

Intensivere Betreuung der Investoren?

Tatsächlich ist die Betreuung der Mandanten von quantitativen Vermögensverwaltern in der Regel engmaschiger als bei traditionellen Mandaten. Aber Warum?

Bei quantitativen Anlagestrategien sind bereits die initialen Gespräche sind umfassender, da geeignete Modelle bewertet und auf die spezifische Situation und Zielsetzung des Investors hin parametrisiert werden müssen. Bei der Persephone folgen Tests und Optimierungen der individuellen Anlagelösung, gleichzeitig liefert ein exklusiver Systemzugang dem Investor einmalige Transparenz über seine zunächst noch simulierte Kapitalanlage.

Diese intensive Kommunikation schafft beste Voraussetzungen für einen gegenseitigen Vertrauensaufbau – aus meiner Sicht der entscheidende Erfolgsfaktor für die Zusammenarbeit zwischen institutionellen Investoren und Vermögensverwaltern.

Mitsprache des Investors auch bei laufenden Anlageentscheidungen

Ob als AIF oder im klassischen Verwaltungsmandat: die Art und Enge der Zusammenarbeit bleibt auch während der laufenden Kapitalanlagebestehen.

Bei einem ESG-Anlageuniversum müssen wir z.B. flexibel mit vorgegebenen Ausschlusslisten umgehen. Bei Bedarf treffen wir zusammen mit dem Anleger ad-hoc Entscheidungen, so etwa konnten wir im März rechtzeitig Risiken reduzieren und so Verluste vermeiden. Flexibel reagieren wir auch auf unternehmensinterne Situationen, z.B. stimmen wir einige Monate vor Ende des Geschäftsjahres unseres Mandanten je nach YTD-Zielerreichung, die Risikoparameter aggressiver oder konservativer ein.

Noch kollaborativer geht es bei „Ergonomic Strategies“ zu. Anders als unsere sonst überwiegend prognosefreien Modelle, werden hier fundamental und diskretionär erstellte Marktmeinungen – auch die des Investors - integriert. Damit stellt unser Mandant sicher, dass sich das quantitative Teilportfolio stimmig in dessen Gesamtanlagestrategie einfügt.

Persephone geht noch einen Schritt weiter und bietet Investoren an, Teilverantwortung im Investitionsprozesses zu übernehmen – womit Investor und Verwalter endgültig zu einem Team verschmelzen.

Und was ändert Corona?

Nichts wirklich. Die kollaborative Vermögensverwaltung gab es schon davor. Doch wie an vielen anderen Stellen auch, wirkt das Virus beschleunigend. Selbst konservative Mandanten haben positive Erfahrungen mit Videokonferenzen gesammelt und zeigen sich zunehmend offen dafür. Ohne persönliche Treffen wird es freilich trotzdem nicht gehen. Das erste Kennenlernen, kritische Entscheidungen und Vertrauensaufbau, sowas funktioniert nur persönlich, wird aber auch im „New Normal“ nach Corona noch möglich sein. Wenn das zu einer höheren Wertschätzung für persönliche Treffen beiträgt, dann kann es ja eigentlich nur positiv sein.

 

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