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Die App- Kolumne

VV-Überlebensstrategien

Jürgen App -

Entwicklungstendenzen in der Branche

Die in den vergangenen Jahren stetig gestiegene Regulierung treibt die Institute um. Insbesondere kleinere Unternehmen werden dadurch überproportional belastet. Daher wird häufig die Frage gestellt, ob sich der Weiterbetrieb eines Geschäftsmodells oder gar ein Markteintritt im regulierten Umfeld für kleine Einheiten noch lohnt.

Ein Blick in die Statistik der letzten 10 Jahre fördert Erstaunliches zu Tage. Zunächst wird die häufig geäußerte Vermutung eines stetigen Rückgangs der Zahl regulierter Finanzdienstleister widerlegt, wie die Tabelle „Anzahl Finanzdienstleistungsinstitute“ zeigt. Im Gegenteil, der Trend der letzten zwei Jahre, gemessen an der Zahl der Finanzdienstleistungsinstitute, weist wider alle Erwartungen sogar deutlich nach oben.

 

Quelle: BaFin-Jahresberichte 2008 – 2017

Per Ende 2017 waren mit knapp über 700 Instituten nämlich mehr Institute tätig als im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Rund drei Viertel der Unternehmen sind dabei schwerpunktmäßig im Bereich Vermögensverwaltung tätig. Den jährlichen Geschäftsaufgaben steht regelmäßig eine größere zweistellige Zahl von Neuzulassungen gegenüber. Wer sich die Zahlen der jüngeren Vergangenheit ansieht, erkennt schnell, dass die vielfach gespiegelte „MiFID-Hysterie“ ohne Grundlage ist. Dies bestätigt auch die Mitarbeiterentwicklung. Gemäß des kürzlich vorgelegten Jahresberichts 2017 der BaFin sind Finanzdienstleistungsinstitute die einzige Gruppe der regulierten Institute, die eine signifikant steigende Mitarbeiterzahl (2017: +11%) aufweisen, während die Mitarbeiterzahlen bei Sparkassen und Banken aller Sektoren durchweg rückläufig sind.

Wahr ist allerdings ebenso, dass die Konzentration des Geschäfts auf die größeren Institute stetig zunimmt. Dies zeigt auch die von unserem Unternehmen jährlich durchgeführte Studie zur finanziellen Entwicklung der Finanzdienstleister.

Dabei darf aber nicht verkannt werden, dass im Kreis der kleineren Institute hoch profitable Nischenanbieter existieren, die trotz der erhöhten Regulierung sehr erfolgreiche Wachstumspfade verfolgen können. Die aus Sicht des Autors hierfür kritischen Erfolgsfaktoren sind nachfolgend zusammengefasst.

 

Kritische Erfolgsfaktoren

Entscheidend sind zunächst die Kundenstruktur bzw. die durchschnittlich betreuten Kundenvolumina. Die Unternehmensprofitabilität nimmt generell mit größeren durchschnittlichen Volumina zu, trotz der in der Regel damit verbundenen geringeren Margen bei größeren bzw. institutionellen Kunden. Je kleiner dagegen die durchschnittlichen Volumina sind, umso mehr gewinnt die Prozesseffizienz im Unternehmen an Bedeutung für dessen Profitabilität.

Erfahrungsgemäß ist des Weiteren eine Fokussierung der angebotenen Dienstleistungen auf das Kerngeschäft von großem Vorteil. Vereinzelt wachsen Unternehmen zwar auch sehr erfolgreich in neue Geschäftsfelder hinein. Diese sollten dann aber nach angemessener Zeit durch eine strategische Grundsatzentscheidung forciert werden. Ein zu großer „Bauchladen“ an verschiedenartigen Finanzdienstleistungen kann in kleinen Einheiten auf Grund vielfältiger Anforderungen kaum professionell angeboten werden.

Der Rahmen für das betrieblich erforderliche Regelwerk ist durch die Regulierung vorgegeben. Allerdings ist zunehmend zu beobachten, dass viele Muster-Vorlagen, die tendenziell umfangreich sind, ohne weitere kritische Reflexion und Anpassung an eigene betriebliche Belange übernommen werden. Wer hier für sich schlanke, zweckmäßige Lösungen im Rahmen der extern bestehenden Vorgaben findet, vermeidet eine übermäßige Aufblähung der internen Bürokratie. Die optimale Umsetzung erfordert allerdings eine gewisse Bereitschaft, sich mit den regulatorischen Themen und Anforderungen im Einzelnen zu befassen.

Prozesseffizienz beinhaltet neben der effizienten Umsetzung von regulatorischen Anforderungen auch insgesamt optimierte betriebliche Prozesse. Je besser hier eine Integration der regulatorischen Anforderungen in die geschäftsinduzierten betrieblichen Regelabläufe gelingt, umso höher ist die Prozesseffizienz. Daneben ist auch eine moderne technologisch unterstützte Ablauforganisation ein kritischer Faktor, der umso wichtiger ist, je kleiner die durchschnittlichen Kundenvolumina sind. In vielen Fällen können z.B. durch Nutzung systemgestützter Aktenführung kundenbezogene Unterlagen erheblich besser organisiert, Papiermengen stark reduziert und Zugriffszeiten für Mitarbeiter signifikant verkürzt werden.

 

Herausforderungen

Das zunehmend als riskant wahrgenommene allgemeine Kapitalmarktumfeld kann von den Instituten nicht beeinflusst werden. Beeinflusst werden kann aber neben der Entwicklung der eigenen Kundenbasis zu allererst die Effizienz der internen Organisation. Diese ist sehr stark durch exogene Faktoren der Regulierung bestimmt, welche in den letzten Jahren zunehmend vielgestaltiger, granularer und trotz des in vielen Bereichen geltenden Proportionalitätsprinzips weniger berechenbar geworden sind.

Die Entwicklung der Zahl der Institute im Zeitablauf lässt bisher kein Massensterben erkennen. Bei umsichtigem Umgang mit den Regulierungsanforderungen ist ein solches trotz aller Unkenrufe auch nicht zu befürchten.

 

 

 

Entwicklungstendenzen in der Branche

Die in den vergangenen Jahren stetig gestiegene Regulierung treibt die Institute um. Insbesondere kleinere Unternehmen werden dadurch überproportional belastet. Daher wird häufig die Frage gestellt, ob sich der Weiterbetrieb eines Geschäftsmodells oder gar ein Markteintritt im regulierten Umfeld für kleine Einheiten noch lohnt.

Ein Blick in die Statistik der letzten 10 Jahre fördert Erstaunliches zu Tage. Zunächst wird die häufig geäußerte Vermutung eines stetigen Rückgangs der Zahl regulierter Finanzdienstleister widerlegt, wie die Tabelle „Anzahl Finanzdienstleistungsinstitute“ zeigt. Im Gegenteil, der Trend der letzten zwei Jahre, gemessen an der Zahl der Finanzdienstleistungsinstitute, weist wider alle Erwartungen sogar deutlich nach oben.

Quelle: BaFin-Jahresberichte 2008 – 2017

Per Ende 2017 waren mit knapp über 700 Instituten nämlich mehr Institute tätig als im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Rund drei Viertel der Unternehmen sind dabei schwerpunktmäßig im Bereich Vermögensverwaltung tätig. Den jährlichen Geschäftsaufgaben steht regelmäßig eine größere zweistellige Zahl von Neuzulassungen gegenüber. Wer sich die Zahlen der jüngeren Vergangenheit ansieht, erkennt schnell, dass die vielfach gespiegelte „MiFID-Hysterie“ ohne Grundlage ist. Dies bestätigt auch die Mitarbeiterentwicklung. Gemäß des kürzlich vorgelegten Jahresberichts 2017 der BaFin sind Finanzdienstleistungsinstitute die einzige Gruppe der regulierten Institute, die eine signifikant steigende Mitarbeiterzahl (2017: +11%) aufweisen, während die Mitarbeiterzahlen bei Sparkassen und Banken aller Sektoren durchweg rückläufig sind.

Wahr ist allerdings ebenso, dass die Konzentration des Geschäfts auf die größeren Institute stetig zunimmt. Dies zeigt auch die von unserem Unternehmen jährlich durchgeführte Studie zur finanziellen Entwicklung der Finanzdienstleister.

Dabei darf aber nicht verkannt werden, dass im Kreis der kleineren Institute hoch profitable Nischenanbieter existieren, die trotz der erhöhten Regulierung sehr erfolgreiche Wachstumspfade verfolgen können. Die aus Sicht des Autors hierfür kritischen Erfolgsfaktoren sind nachfolgend zusammengefasst.

 

Kritische Erfolgsfaktoren

Entscheidend sind zunächst die Kundenstruktur bzw. die durchschnittlich betreuten Kundenvolumina. Die Unternehmensprofitabilität nimmt generell mit größeren durchschnittlichen Volumina zu, trotz der in der Regel damit verbundenen geringeren Margen bei größeren bzw. institutionellen Kunden. Je kleiner dagegen die durchschnittlichen Volumina sind, umso mehr gewinnt die Prozesseffizienz im Unternehmen an Bedeutung für dessen Profitabilität.

Erfahrungsgemäß ist des Weiteren eine Fokussierung der angebotenen Dienstleistungen auf das Kerngeschäft von großem Vorteil. Vereinzelt wachsen Unternehmen zwar auch sehr erfolgreich in neue Geschäftsfelder hinein. Diese sollten dann aber nach angemessener Zeit durch eine strategische Grundsatzentscheidung forciert werden. Ein zu großer „Bauchladen“ an verschiedenartigen Finanzdienstleistungen kann in kleinen Einheiten auf Grund vielfältiger Anforderungen kaum professionell angeboten werden.

Der Rahmen für das betrieblich erforderliche Regelwerk ist durch die Regulierung vorgegeben. Allerdings ist zunehmend zu beobachten, dass viele Muster-Vorlagen, die tendenziell umfangreich sind, ohne weitere kritische Reflexion und Anpassung an eigene betriebliche Belange übernommen werden. Wer hier für sich schlanke, zweckmäßige Lösungen im Rahmen der extern bestehenden Vorgaben findet, vermeidet eine übermäßige Aufblähung der internen Bürokratie. Die optimale Umsetzung erfordert allerdings eine gewisse Bereitschaft, sich mit den regulatorischen Themen und Anforderungen im Einzelnen zu befassen.

Prozesseffizienz beinhaltet neben der effizienten Umsetzung von regulatorischen Anforderungen auch insgesamt optimierte betriebliche Prozesse. Je besser hier eine Integration der regulatorischen Anforderungen in die geschäftsinduzierten betrieblichen Regelabläufe gelingt, umso höher ist die Prozesseffizienz. Daneben ist auch eine moderne technologisch unterstützte Ablauforganisation ein kritischer Faktor, der umso wichtiger ist, je kleiner die durchschnittlichen Kundenvolumina sind. In vielen Fällen können z.B. durch Nutzung systemgestützter Aktenführung kundenbezogene Unterlagen erheblich besser organisiert, Papiermengen stark reduziert und Zugriffszeiten für Mitarbeiter signifikant verkürzt werden.

 

Herausforderungen

Das zunehmend als riskant wahrgenommene allgemeine Kapitalmarktumfeld kann von den Instituten nicht beeinflusst werden. Beeinflusst werden kann aber neben der Entwicklung der eigenen Kundenbasis zu allererst die Effizienz der internen Organisation. Diese ist sehr stark durch exogene Faktoren der Regulierung bestimmt, welche in den letzten Jahren zunehmend vielgestaltiger, granularer und trotz des in vielen Bereichen geltenden Proportionalitätsprinzips weniger berechenbar geworden sind.

Die Entwicklung der Zahl der Institute im Zeitablauf lässt bisher kein Massensterben erkennen. Bei umsichtigem Umgang mit den Regulierungsanforderungen ist ein solches trotz aller Unkenrufe auch nicht zu befürchten.

 

 

 

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