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Technik-Kolumne

State of the Art – Vom (Nicht-)Altern einer alten Idee

Christian Hank -
Christian Hank (Geschäftsführer FinaSoft)
Christian Hank

 

Erinnern Sie sich noch an Pascal? Sie kennen keinen Pascal? Nun ja, das ist zugeben auch lange her … Pascal hieß die Programmiersprache, in der ich meine ersten Schritte unternommen habe. Sie haben nie programmiert? Kein Problem. Sicher sehen Sie aber noch die beinahe raumfüllenden Computer (besser: Rechenmaschinen) vor sich, die in den Achtziger und Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Zukunft bedeuteten. Das war State of the Art meiner ersten Berufsjahre. Und heute?

Egal ob in unserem Geschäft als Dienstleister der Finanzbranche oder ebenso in beinahe jeder anderen Branche: State of the Art, also eine Technologie auf neuestem Stand, ist Muss, Anspruch und Versprechen zugleich. Doch wir wissen: Was heute State of the Art ist, ist morgen schon historisch. Oder umgekehrt: Was uns heute – wie etwa die großen Rechenmaschinen – historisch erscheint, war einmal der letzte Schrei. Verzeihung, State of the Art. Aber was heißt das eigentlich?

Ich beobachte, dass hinter dieser Formel heute oft zurücktritt, was doch an erster Stelle stehen sollte: Für mich ist das die Frage, welchen Sinn und Zweck die Technik eigentlich erfüllen soll. Denn wem nutzt die Technik dort, wo sie zum Selbstzweck wird? Ob wir mit der großen Rechenmaschine oder mit dem smarten Tablet arbeiten, die Formeln dahinter sind bis heute dieselben, wenn es darum geht, ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Für unser Unternehmen bedeutet das: Natürlich verwenden unsere Softwareentwickler die neueste Technik, selbstverständlich sind unsere Produkte auf dem neuesten technischen Stand, doch sind unserer Programmierer, Produkt- und Projektmanager immer getrieben von dem Gedanken, was unsere Kunden tatsächlich brauchen. Technik ist für uns vor allem Mittel zum Zweck. Wir verwenden sie, um damit auf Basis umfassender Analysen und detaillierter Konzepte eine zukunftsfähige Lösung für unsere Kunden zu entwickeln. Die Technik macht das Rechnen schneller und effizienter, beschleunigt und optimiert den Informationsfluss, intensiviert, wenn sie richtig eingesetzt ist, die Kommunikation mit unseren Kunden.

Der Ausdruck State of the Art (wörtlich „Stand der Kunst“) ist verwandt mit der lateinischen Wendung lege artis, was übersetzt „nach den Regeln der Kunst“ heißt. Etwas lege artis auszuführen, bedeutet nach bestem Wissen und Können, gemäß geltender Gesetze und gesellschaftlicher Normen, nach fachlichen und wissenschaftlichen Standards sowie unter Berücksichtigung aller brauchbaren Erkenntnisse und technischen Möglichkeiten zu handeln. Nur so wird das Ergebnis in einem umfassenden Sinne zu State of the Art.

Wenn ich für mich persönlich und für meine Arbeit State of the Art in dieser Weise begreife, dann kann dieser Anspruch gar nicht altern – im Gegensatz zur jeweils neuesten Technik. Vielleicht sollten wir uns in diesem Sinne immer wieder bewusst machen, dass Technik als Selbstzweck keinen Wert hat. Was zählt ist, wie wir die Technik einsetzen, dass wir also lege artis handeln, um am Ende das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

 

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